am Beispiel einer Kündigung
Billig und Rechtlos - Bauernopfer der Globalisierung?

www.xED.de

In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt! - G. Orwell 1984
zur Einführung
Wie es zu dieser Seite kam und wie sie zu verwenden ist

 
Anlass dafür, diese detailliertere Seite zusammen zu stellen, war meine Kündigung, die ich im Dezember 2008 erhielt. Danach hatte ich immerhin genug Zeit, Geschichten, Notizen und Gedanken zu sortieren und niederzuschreiben, wofür ich während meiner beinahe 6 Jahre langen Tätigkeit als Schichtarbeiter immer weniger gekommen war, da der Druck auf die Beschäftigten insgesamt immer größer wurde. Deshalb trat ich bereits im September 2005 als Vorsitzender des Erdinger Literatentreff e.V. zurück, im Jahr 2006 als Gesellschafter der GbR Inna Janssen und Walter Koppe (MiFaZ).

Die wesentliche Frage: "Gibt es einen Unterschied zwischen offiziellen und tatsächlichen Kündigungsgründen?" beschäftigte mich schon deshalb so intensiv, weil sie fürs Arbeitsgericht ganz wesentlich wurde.  
Doch außerdem merkte ich, dass sich je nach Beantwortung dieser Frage weitere Fragen ergeben. 

Denn, falls manche Kündigungsgründe nur vorgeschoben werden, was steckt dann weiter dahinter? 
- Wieso wurden in letzter Zeit immer mehr tarifvertraglich Beschäftigte durch Billig- und Leiharbeiter ersetzt?
- Werden gerade auch selbstdenkende Mitarbeiter gekündigt? 
- Wieso wurden und werden Betriebsräte bei der FMG-Billigtochter gekündigt? 
- Was ist der Sinn eines schwachen, gespaltenen Betriebsrats? 
- Was ist der Sinn einer schwachen Gewerkschaft, bzw. der Etablierung konkurrierender Klein-Gewerkschaften?
- Was sind die Hintergründe von "guter Pressearbeit", von "Vorteilnahme des BR-Vorsitzenden", ...?
- Strukturen, Interessen und Tricks? Welche Philosophie und welches Menschenbild steckt letztendlich dahinter?
- In welche Richtung entwickeln sich Demokratie und Gesellschaft?
- "Billig und rechtlos" als Bauernopfer für die neoliberale Globalisierung?
- Was hat "Arbeit lohnt sich nicht !" mit der "Förderung von Spekulation" und damit der Finanz- und Wirtschaftskrise zu tun?
- Was hat "Arbeit lohnt sich nicht !" mit Hartz IV und dem spätrömisch dekadenten Herrn Westerwelle zu tun?

Nachtrag 1: Die selbe Arbeit über Leiharbeit in Billiglohn
Am 20.03.2009 erhalte ich von der "Bundesagentur für Arbeit" den "Vermittlungsvorschlag",
mich für die selbe Arbeit zur Verfügung zu stellen - allerdings über Zeitarbeit und miesesten Lohn- und Arbeitsbedingungen - so ähnlich wie es nun "Schlecker" macht - siehe hier
Wie würdet ihr Euch verhalten? Antworten

Nachtrag 2: Vom Widerspruch auf Kündigung
Aus der Balance geratene Schalen der Justiz,
Interesse von Günther Wallraff und dem NDR,
eine Beschreibung der Gerichtsverhandlung am 28.05.09 - siehe hier

Nachtrag 3: Ich werde Bundestagskandidat der Linken
 Ende März '09 werde ich u.a. aufgrund dieser Erfahrungen
zum Bundestagskandidat von Die Linke im Wahlkreis 214, Erding-Ebersberg gewählt,
(erhalte am 27.09. im Lkr. ED 4,94 % der Erststimmen) - siehe hier

Nachtrag 4: Mein Fall wird Ausgangspunkt für ARD-Sendung "panorama"
 "Seehofers Sozialstaat: Lohndumping am Flughafen München",
Horst Seehofer, Hausherr der FMG gerät in Erklärungsnot,
Der Sendetermin 16.07.09 fällt mitten in die Betriebsratswahl, die ver.di-Liste gewinnt - siehe hier


Für Anregungen, Kritik, Anmerkungen, ... bin ich auch weiterhin dankbar
- walterkoppe@yahoo.de 
ein Dank an Frank, Michael, Michael, Alex, Gisbert, Josef, Klaus, Uli, Jo, Ralf, Wolfgang, Hans, Maurerxxl, Gilbert, ... 

Wegen Kündigung unentschuldigt gefehlt!
- Hilfe, wo bleibt der Witz?
 

Von Mai 2003 bis Dezember 2008 arbeitete ich als Gepäckfahrer am Münchner Airport. 
Am 23.12.08, zwei Wochen nach Erhalt meiner schriftlichen Kündigung möchte ich dem Laufzettel entsprechend Arbeitskleidung zurück bringen, werde dabei von einem Vorarbeiter erkannt, und auf recht sonderbare Weise begrüßt. "Ja Herr Koppe, wo waren Sie denn die ganze letzte Zeit? Man sucht Sie schon seit Wochen, weil Sie unentschuldigt fehlen".
- ?
Nein, es handelt sich hier nicht um einen Witz, á la: "Ihre Kündigung war doch bloß Spaß - nun arbeiten Sie aber gefälligst weiter". Die unfreiwillige Komik bringt die Situation am Airport lediglich auf den Punkt - denn diejenigen, die mich kündigten, vergaßen die für mich zuständigen Vorgesetzten hierüber zu informieren, die damit wiederum das schwierige Problem zu lösen hatten, z.B. sieben Tage hindurch jeweils um 5 Uhr früh kurzfristigst Ersatz-Personal zu beschaffen.
Die Situation zeigt auf groteske Art auch, mit welch verschiedenen Maßstäben gemessen wird, etwa was die Mühe betrifft, Abmahnungen und Kündigungsgründe zu (er) finden, auf der anderen Seite die Konsequenzlosigkeit des eigenen Anspruchs sich selbst gegenüber.
Gespräche mit weiteren Kollegen folgten. Einer sprach mich an: "Was ist denn zuletzt passiert? Wir haben von einem Unfall gehört, der Dir passiert ist?"
Ich brauchte einige Zeit, um mich an ein Treffen mit dem Ver.di-Beauftragten der FMG zwei Wochen zuvor zu erinnern. Selbst dieser hatte mich auf einen Unfall angesprochen. Ich sah damals nochmal so verblüfft aus wie jetzt, erzählte diesem schließlich von einem Minimalschaden, bei dem die Schrauben der Halterung eines "Elektro-Bockerl" gebrochen waren, die ich danach ersetzen wollte - als bereits von irgendwo der Sicherheitsdienst (WASI) kam - und dazu mit Sauseschritt auch gleich der Schichtleiter, der sich bereits aufzuregen begann, bevor er sah, was eigentlich passiert war.
Nachdem ich dem ver.di-Mann Abmahnungsgründe und Kündigungsschreiben gezeigt hatte, war sein Kommentar: "Mobbing", und wiederholte dann laut lachend: "Ich hab innerhalb meiner Jahrzehnte langen Tätigkeit ja schon viel erlebt, aber so was? ...".

Bleibt am Ende die viel spannendere Frage nach den tatsächlichen Motiven?

 
Kündigungsgrund: versäumte Attestpflicht 
oder: was eine leer geräumte Personalakte damit zu tun haben könnte?
 

Seit Ende August 2008 hatte ich als integrierter Gepäckfahrer im Innendienst jede zweite der siebentägigen Arbeitswochen Extrem-Frühschicht, also sieben Tage in Folge ab 4 bzw. 5 Uhr - obwohl ich zuvor alles unternommen hatte, eine Alternative zu finden.
Als man uns Gepäckfahrern Ende 2007 die Wahl gab, entschied ich mich genau aus diesem Grund für den Außendienst - welcher mir jedoch verweigert wurde!

Deshalb suchte ich gegenüber den Vorgesetzten und Betriebsräten (rechts, per e-Mail) das speziell für Fahrer ausgehende Risiko bezüglich Konzentration und Sicherheit auf dem Vorfeld darzustellen. Die Antwort der Vorgesetzten war, dass die Kollegen im T2-Innendienst ja die Wahl gehabt hatten, sich aber für diese "Turnusanpassung V7" entschieden. Leider nahm bei dieser Befragung jedoch kein einziger Fahrer teil, weil man diese erst nach der Befragung in den Innendienst überführt hatte. 
Mangelnde Weitsicht, was auch ein Stück weit die tatsächliche Problematik bei der FMG offenbart? Natürlich wäre die Wahl zur Turnusanpassung im T2 anders ausgegangen - womit wiederum auch mein Kündigungsgrund nie eingetroffen wäre!

Genau der Grund mangelnder Konzentration - die vierte F1-Schicht ab 4 Uhr in Folge - war es nämlich, die schließlich dazu führte, dass ich mich am 02.09.08 telefonisch mit Kopf- und Augenschmerzen beim Disponenten krank meldete, mich danach gleich wieder schlafen legte, um die restliche F1-Schicht durcharbeiten zu können - was ich dann auch tat. Dass ich an einem solchen Tag die Attestpflicht vergas, welche mir 4 Monate zuvor auferlegt worden war - eigentlich hätte man dafür Verständnis aufbringen können. Doch auch Verständnis scheint mancherorts ein eher rudimentärer Begriff. Im konkreten Fall könnte man noch ergänzen: Ich war die Monate zuvor nicht krank, denn so hätte ich die Auflage sicher in Erinnerung behalten! Es stimmt übrigens tatsächlich, dass Kollegen, die selten krank sind auch attestpflichtigen Fällen gegenüber nicht so vertraut sind. Ich jedenfalls hatte die erste Zeit am Flughafen nicht einmal einen Hausarzt. Man könnte also sagen: Nur Übung macht den Meister - was selbst fürs Krankmachen gilt!

Innerhalb meiner knapp 6 Arbeitsjahre beim BVD kamen ca. 30 Fehltage zusammen, also etwa 3 % der gesamten Arbeitstage. Wenn man nun weis, dass die Krankenrate beim BVD zuletzt bei 14 % lag (im Feb. 2009 erfuhr ich von 18 %!!!), erscheint es nur schwer vorstellbar, dass gerade ein solcher Mitarbeiter dann gerade hier überdurchschnittlich viele Fehler und Abmahnungen verursacht. (Nebenbei: Ich fuhr die letzten 5 Jahre mit dem Fahrrad zur 13 km entfernten Arbeit, Sommer wie Winter; hatte in 30 Jahren Auto-Erfahrung keinen einzigen selbst verschuldeten Unfall).
Sollte man einen Mitarbeiter, der damit immerhin über 10 % häufiger an seiner Arbeitsstelle erscheint, damit auch über 10 % mehr Gelegenheit hat, Fehler machen zu können, dann nicht auch mit einer entsprechenden Toleranz begegnen? - Wieso war dann aber gerade hier das Gegenteil der Fall?
Also auch der Kündigungsgrund "versäumte AUB" nur ein schlechter Witz?

Man könnte nun denken, dass es wohl zuvor andere Gründe gegeben haben muss, und welche Frau Kiesewetter, der Zuständigen im Verwaltungsbereich wiederholt die Äußerung entlockte (zuletzt im BR-Büro im T2 in Anwesenheit zweier BR): "So eine dicke Personalakte wie bei Ihnen hab ich noch nirgendwo gesehen" - was bei mir wiederum den verstärkten Wunsch nach dessen Einsicht auslöste, damit am Telefon wiederum einen Lachanfall verursachte - im Sinne von "ausgelacht zu werden"! - ?. Bereits eineinhalb Jahre zuvor erkannte ich beim raschen Durchblättern meiner Personalakte Unterlagen, z.B. den xED-Bericht: "Rente mit 67", die dort nichts zu suchen haben! 
Als ich sie am 04.11.08 endlich einsehen konnte (zusammen mit BR Börries, während sich die Leiterin der Personalabteilung von einer Mitarbeiterin vertreten ließ, welche keine Auskunft zur Sache leisten konnte) war die Personalakte - "Hokus Pokus" - sehr schlank geworden
- von den "tatsächlichen Kündigungsgründen (?)" bereinigt.  
Später bestätigte Betriebsrat Krüger die ehemals sehr "volle Personalakte".

Ich dringe nun also etwas tiefer in die Geschichte ein ...

einer meiner vergeblichen Versuch, die Extrem-Frühschichten (7 Tage am Stück) zu umgehen:

 


Ausweis-Problem
 

Bald schon nach Beginn meiner Tätigkeit am Airport hatte ich ein ganz spezielles Problem, welches irgendwann auch auf andere Bereiche auszustrahlen begann: mein FMG-Ausweis. 
Zumeist funktionierte dieser ja, trotzdem traten viel zu häufig Fehler beim Ein- oder Ausstempeln auf. Wenn er nicht funktionierte, wurde ich Tage später von Disponenten darauf hingewiesen; das Stempelgerät jedenfalls verriet keinen Fehler, und piepste stets sein fröhliches "Danke", egal ob hinterher die Zeit richtig erfasst wurde oder nicht. So gab es Monate ohne Fehler, dann wieder trat das Problem Tage und Wochen hindurch verstärkt auf. Da ich mir die Fehler nicht erklären konnte, wurde ich häufiger zu den für mich zuständigen Disponenten in der Leitwarte im T2 zitiert, irgendwann dann auch zu weiteren Vorgesetzten, um die "Kommen"- und "Gehen"-Zeiten dort mit Hilfe eines Formulars nachzutragen, bzw. bestätigt zu bekommen - und schließlich immer offener Kritik anzuhören. Ich verursachte zusätzliche Arbeit - und verschaffte mir damit nicht gerade Freunde. 
Was mir später auch andere Kollegen bestätigten: Machte man Disponenten zusätzlich Arbeit, dann war die Wahrscheinlichkeit groß, zu Beginn des nächsten Arbeitstages auch gleich die schwerste oder stupideste Arbeit zugewiesen zu bekommen. Je mehr Arbeit, desto größer wiederum die Wahrscheinlichkeit, irgendwo auch weitere Fehler zu begehen, ... Dies nur, um zu zeigen, wie vielschichtig sich einzelne Probleme auswirken können.

 

Zwei Abmahnungen an einem Tag - der 07.06.2007

 


Im Folgenden die Auswirkung des Problems (-> Abmahnung) - und die wunderbare Auflösung - für die sich leider keiner interessierte, weil es die Abmahnungen, damit wiederum Kündigungsgründe in Frage gestellt hätte - damit schließlich sich selbst als einzige und oberste selbstgerechte Institution. 

Termin bei Simone

Am 06.06.2007 (ich hatte ab 4.30 Uhr Frühschicht) wurde ich vom T2-Schichtleiter darauf hingewiesen, dass ich einen Termin bei "Simone" hätte.
Bis dahin hatte ich tatsächlich keine Ahnung, wen er mit "Simone" meinte. Das hörte sich so locker-familiär an. Ich fragte nach, um was es denn gehe. "Das weis ich selbst nicht so genau", war seine Antwort, saß dann aber die ganze Zeit schweigend mit am Tisch dabei. Später wurde mir klar, dass diese Position als Zeuge gewertet wurde, und dass er im Gegensatz zu mir ziemlich genau wusste, um was es ging.
Hätte ich den Grund erfahren, oder Zeit gehabt, mich auf den Termin einzustellen, wäre ich sicher auf die Idee gekommen, einen Betriebsrat meines Vertrauens hinzuzuziehen (Wochen zuvor hatten die ver.di-Betriebsräte entsprechende Warnungen in Schaukästen gehängt, denn längst war die Zeit der locker ausgesprochenen Kündigungen angebrochen), doch offenbar wollte man genau dies hier verschleiern!
Ich stand in dieser Zeit ja um 3:15 Uhr auf - was dann natürlich zusätzliche Probleme verursacht, wenn man einem Ausgeschlafenem gegenüber sitzt, sich konzentrieren, antworten, erklären, evtl. auch Kontra geben soll.
So aber geschah am nächsten Morgen noch etwas zusätzlich höchst Merkwürdiges:
Der selbe Schichtleiter rief mich um 6 Uhr in sein Büro, und überreichte mir ZWEI ABMAHNUNGEN.
Auf mein verdutztes Gesicht inkl. der verwunderten Antwort "Eine Abmahnung ist bereits zu viel. Stand gestern überhaupt eine zur Disposition?" antwortete er: "Nein, es sei gestern um zwei Abmahnungen gegangen".
Ich antwortete, dass ich das ganz anders in Erinnerung habe. Nun, im Nachhinein war mir klar, dass alles ein seltsam abgekartetes Spiel war. Zwar nannte Frau Simone H. mir gegenüber zwei Inhalte als Abmahnungsgründe - denen ich jeweils widersprach, und auch zu begründen wusste. Jedenfalls kam auch der Wortlaut "zwei Abmahnungen" am Tag zuvor ganz sicher nicht vor!

Konkret lief das Gespräch etwa wie folgt: Frau H. hielt mir als Verfehlung vor, nicht immer "Kommen" und "Gehen" gestempelt zu haben. Ich entgegnete, dass nicht ich, sondern möglicherweise die Unzuverlässigkeit des Stempelgeräts schuld sei, dass ich ab März deshalb auf Rat eines Kollegen sicherheitshalber immer doppelt gestempelt hätte, bis die entsprechende "Doppelmeldung" auf dem Display erschien - Die letzte Fehlbuchung stammte dann auch vom 16.03.07, es waren seitdem also fast drei Monate vergangen; d.h., es gab keinen aktuellen Anlass!
Ich machte Frau H. darauf aufmerksam, dass sich inzwischen ein neues Gerät an der Stelle befindet, welches es überflüssig macht, den Ausweis umständlich aus der eigenen Schutzhülle heraus in den engen Schlitz des Lesegeräts zu stecken, dass es stattdessen ausreicht, diesen im geschützten Etui in einiger Entfernung daran vorbei streichen zu lassen. Für mich gehörte das Problem nach Auswechslung der Geräte der Vergangenheit an. Es gab also auch aufgrund der völlig neuen Situation keinen aktuellen Anlass für eine Abmahnung!
Jedenfalls wurde mir in dieser "1. Abmahnung" der Vorwurf gemacht "Gegen diese Buchungspflicht haben Sie mehrfach verstoßen, indem sie nicht ein- bzw. ausstempelten".
Ich fragte: Wenn mir schon jemand diese Absicht unterstellt, ich aber diese Absicht ständig bestritten habe, weil ich das Problem zwischen Ausweis und Lesegerät vermutet habe, wieso wartet man dann nicht einfach ab, wie es sich nun mit dem neuen Gerät verhält, welches erst seit zwei Wochen in Betrieb ist - um sicher zu gehen, wessen Vermutung nun die plausiblere und richtige ist? - Auf meinen Vorschlag erhielt ich nie eine Antwort!!!

Ach richtig, gleichzeitig mit Abmahnung Nr. 1 erhielt ich ja noch eine Nr. 2.
Hier steht im Wesentlichen Folgendes: "Am 12.01. erschienen Sie um 5 Minuten zu spät und am 22.05. um 7 Minuten. Dies stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen ihre vertragliche Hauptpflicht zur Arbeitsleistung dar... wir mahnen Sie hiermit ab".
Nun hatte ich über die vorausgehenden sechs Monate natürlich nicht alle Vorfälle konkret im Kopf, und unter diesen Tage auch nichts Besonderes notiert, allerdings weis ich,
1) dass das Einstempeln in dieser Zeit einmal an beiden Stempeluhren überhaupt nicht funktioniert hatte. Es gab eine Fehlermeldung, die sich ständig wiederholte. Um mich zumindest rechtzeitig beim Disponenten zu melden, fuhr ich schließlich ohne gültige Einstempelzeit zur Ladestation, meldete mich per Datenfunk und fuhr mit dem Rofan vor meinem ersten Auftrag zur Stempeluhr zurück, stempelte etwa 5 Minuten nach Arbeitsbeginn - diesmal ohne Fehlermeldung.
2) ich stelle anhand der oben genannten Daten mal folgende Rechnung auf:
Wenn ich innerhalb eines Halbjahrs (01.12.2006 - 30.05.2007) an zwei Tagen um insgesamt 12 Minuten zu spät komme, frage ich mich, in welchem Unternehmen ein Zuspätkommen eines solchen Ausmaßes eine "Abmahnung" zur Folge hat! - ? Alle Kollegen, die ich danach befragte, wunderten sich !
3) hätte ich gewusst, dass derlei Verspätungen zu solchen Folgen führen, hätte ich mir spätestens vor dem Stempelgerät gedacht: "OK, dann fahr ich lieber wieder Heim", und melde mich telefonisch krank.
Weil ich das eben nie getan habe, und innerhalb der bis dahin über 4-jährigen Beschäftigung nicht einmal 10 krankheitsbedingte Fehltage hatte, zeigt das, dass ich es nie darauf angelegt hatte, mich gegenüber der FMG derart unfair zu verhalten. Mein Verhalten zeigt im Gegenteil, dass ich meine Arbeit bis dato recht gewissenhaft getan hatte. 

Was ist der Sinn von zwei Abmahnungen an einem Tag?

War es ursprünglich nicht einmal Sinn einer Abmahnung, das eigene Verhalten nach einer ersten Abmahnung so abzuändern, um sich keine zweite Abmahnung einzuhandeln - als eine Art erzieherischer Maßnahme - ?
Genau dieses wesentlichste Motiv einer Abmahnung wurde mir verweigert. Das Signal "zwei Abmahnungen an einem Tag" könnte man statt dessen übersetzen mit: "Zum Abschuss freigegeben". So jedenfalls auch die Meinung vieler Kollegen.

Eine Frage der Sicherheit

Interessant der Verlauf der zwei Arbeitswochen danach, die den Abmahnungen folgten:
In 11 der 12 folgenden Arbeitstage wurde ich als Abgepäck-Fahrer (davon 10 mal im T2-"Bunker") eingeteilt. Während Kollegen in dieser Zeit auch mal relativ lockere Tage als Angepäck-Fahrer in freier Sommerluft erleben, erhalte ich im T2 weder Pausen noch Aufenthaltsraum, werde schließlich auch noch so spät in Feierabend geschickt, dass mich von der Ladestation kein Shuttlefahrer mehr in Richtung Stempeluhr fährt, ich stattdessen wiederholt vom Konkurrenten avia-Partner mitgenommen werde.
Einmal immerhin treffe ich dort mit Garcia noch einen Kollegen, der die selbe Schicht und ebenfalls wie ich "Innendienst" wählte. Dieser hatte in den letzten Wochen ganz andere Erfahrungen gesammelt; seine Einsatzorte waren gemischt, er beschrieb diese Zeit als locker, mit häufigen Pausen im Aufenthaltsraum. In dieser Zeit erfand er für mich den Namen "König vom T2".
Für mich stellt sich bei der Frage nach einer einigermaßen gerechten Aufteilung der Arbeit (einerseits wichtig für die Kollegialität) auch die Frage nach Sicherheit, denn je ungleichmäßiger die Arbeit unter den Kollegen verteilt wird, desto höher ergeben sich auf Seite der arbeitsintensiv Beschäftigten Fehlerquellen bis zur Unfalls- und Verletzungsgefahr.
Weil derlei beschriebene Probleme völlig unnötig entstehen, liegt dieser Punkt dann nicht eher im Verantwortungsbereich derjenigen, die entsprechende Einteilung vornehmen. Hier stellt sich die Frage, wie oft und mit welchen Auswirkungen individuelle Fehler erst von den tatsächlich Verantwortlichen provoziert werden - unabhängig ob wissentlich oder unbeabsichtigt. 

Der wirkliche Abmahnungsgrund war längst geklärt

In den folgenden Monaten hatte ich Gelegenheit, mich mit weiteren Kollegen über meine Erfahrungen auszutauschen. So erfuhr ich, dass manche bezüglich des Stempelproblems ganz ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, ich also bei weitem kein Einzelfall war. Während Kollege Misti das Problem irgendwann damit umging, dass er doppelt stempelte - von ihm stammte also mein bereits oben genannter Tip, Fehler zu umgehen um diese bewusst mit Doppelmeldungen zu provozieren, 
erfuhr ich im Sommer 2008 von einem Kollegen, der das selbe Problem wie ich hatte. 

Auch Walter Neudecker hatte man abwechselnd unterstellt, entweder absichtlich "gegen die "Buchungspflicht zu verstoßen", oder "die Ausweiskarte nicht richtig zu benutzen". Monatelang war er deshalb zwischen Ausweisstelle und Verwaltungsbereich unterwegs  - bis er endlich nachweisen konnte, dass das Problem nicht in seinem Verschulden lag, sondern zwischen Ausweis und Stempelgerät - also genau so, wie ich vermutet hatte ! 
Wieso also erhielt ich Abmahnungen für Dinge, dessen tatsächlicher Abmahnungsgrund bereits Monate zuvor bekannt war, und ganz offensichtlich auch der Grund für die Auswechslung der Ausweis-Stempelanlage war? 

Was steckt dahinter?

Meiner Meinung - und inzwischen wird es immer mehr zur Allgemeinmeinung bei den beschäftigten Kollegen - geht es auch in zahlreichen anderen Fällen, etwa den Auflösungsverträgen, vor allem um den längst bekannten Zweck, nämlich um das Reduzieren tarifverträglicher Arbeitsstellen, um die selben danach an Billigtöchter und Leiharbeiter vergeben zu können. 
Um dem nachzuhelfen werden Abmahnungsgründe konstruiert, wird schikaniert, manipuliert, Angst geschürt, gespalten, Warnungen vor der Teilnahme an Betriebsversammlungen ausgesprochen, ein schwacher bzw. zerstrittener Betriebsrat am Leben gehalten - aber auch ein eigenes Medien-System hochgezogen, um sich selbst fragwürdige Preise für Öffentlichkeitsarbeit zu generieren (siehe unten), und sich darin weis zu waschen ... 
Je straffer sich ein solches System herausbildet, umso eher gilt jeder als potentiales Problem, der ein solches durchschaut und sich den Luxus eigener Sichtweisen leistet! 
Am Ende bleibt die Frage: Quo vadis? Und diese Frage betrifft nicht nur Unternehmen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes. Immerhin gibt es neben einigen unabhängigen Journalisten auch immer mehr Wirtschaftsexperten, die den wachsenden Spalt unternehmerischer Hierarchien als Grund für deren Scheitern ausgemacht haben. Dazu später.

doch zuvor geht's hier weiter: 

 

Schuldfragen

 

Im Mai 2007 war ich versehentlich meinem Kollegen (Schorsch Scharl), dessen Rofan in der Wartereihe direkt vor mir stand, aufgebumst - in Minimalgeschwindigkeit von ca. 1 bis 2 km/h.
- Es war erst meine zweite Fahrt in einem mir bis dahin vollkommen fremden MAFI-Fahrzeug. Ich fand die Bremse wegen der ungewohnt engen Pedalstellung etwas spät. Eine Einweisung an diesem bis dato ungewohnten Fahrzeug hatte nie stattgefunden; stattdessen wurde mir zuvor gesagt, dass ich mir ein solches Fahrzeug besorgen und mich beeilen soll. 
Auch konnte ich nicht wissen, dass die Wirbelsäule meines Kollegen bereits durch ähnliche Vorfälle geschädigt war, er zuvor schon diverse verletzungsbedingte Fehlwochen hatte. Durch die eigentlich minimale Erschütterung wurde die bestehende Verletzung zumindest wieder soweit akut, dass er sich im Anschluss zwei weitere Wochen Krank schreiben ließ.

Vor Jahren koppelte ich als Angepäck-Fahrer auf einer Position vor dem T2 wiederholt eine Reihe Wägen an, um diese zum Entladen ins Modul zu ziehen. Beim zweiten Ankoppeln stand Kollege Helle mit einem Fuß zwischen den hinteren Wägen, so dass ein Rad seinen Fuß überrollte. Er war eine Woche krank geschrieben. Wer war schuld?
Ebenfalls vor Jahren streifte der letzte von vier angehängten Wagen bei einer Wendung am hinteren Ende einer Position einen leeren Bus, es entstand eine minimale Delle.
In der Anfangszeit verursachte ich einige Reifenplatten, beschädigte einmal ein Tor, einige male den Rückspiegel. 

Es geht mir hier ganz bewusst nicht darum, mich als Fehlerlos darzustellen, allerdings wiederhole ich nochmal: Für mich ergeben derlei Vorkommnisse (auf die Dispo-Tür im T2 gehe ich noch gesondert ein) innerhalb von knapp 6 Jahren - auch im Vergleich zur Arbeitsleistung und den Vorkommnissen anderer (teilweise sehr schwerer Unfälle, Sachschäden, die große Zahl der auf Dauer Verletzten, den sog. Leistungs-Umgewandelten, die sich z.B. an der Kankheitsquote von 14 - 20 % ablesen lässt !!!) keine besonderen Auffälligkeiten - außer man sucht sie!


Wer mahnt die tatsächlich Verantwortlichen?

 

Ein immer größer werdender Anteil der Schäden liegt jenseits individuell-menschlichen Verschuldens, und hat vor allem in den stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen und dem mangelhaften technischen Zustand der Geräte zu tun, um Kosten zu reduzieren - Dies wissen die meisten Kollegen und Betriebsräte, nur die Verantwortlichen wollen dies nicht akzeptieren, und drehen weiter an der Schraube wie bisher ! Wie lange eigentlich noch? Bis die Krankenquote 30, 40 oder 50 % beträgt? Bis mehr Trauerbildchen in den Aufenthaltsräumen hängen als Beschäftigte davor sitzen? 

je flexibler die Arbeitszeit ...

Fakt ist: Schichtarbeit macht krank, man wird müder und unaufmerksamer. Inzwischen gibt es genügend aussagekräftige Untersuchungen (siehe z.B. auf wellnessing.de), etwa zum Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und dem Immunsystem. Darin heißt es z.B., dass Krebs-, aber auch Herz- und Kreislaufrisiko stark erhöht sind. Grad in Zeiten stetig zunehmender Flexiblisierung der Arbeitsbedingungen verkürzt sich nicht nur das Leben von Schichtarbeitern - deren Lebensarbeitszeit man eben auf 67 Jahre hinauf gesetzt hat, weil irgendeine Lobby aus Politik und Wirtschaft ihnen das Gegenteil vorlügt, und gleichzeitig für die Ergänzung einer privaten Riester-Vorsorge wirbt, die sich kein FMG-Arbeiter leisten kann, ... 
Und neben solchen Gedanken steigt die zusätzliche Belastung der Beschäftigten weiter, sinkt die Konzentrationsfähigkeit, steigen die Unfalls- und Schadenszahlen weiter. 

seit Jahren kein neuer Rofan (Gepäckfahrzeug)

Fakt ist, dass beim BVD seit Jahren kein neuer Rofan mehr angeschafft wurde, dass ganz massiv bei der technischen Instandsetzung und Wartung gespart wird (Quellen: Eigenerfahrung, zuständige Vorarbeiter, Betriebsräte). 

Last-Minute-Gepäck und kein Datenfunk

Zwar existieren zahlreiche Vorschriften, etwa Last-Minute-Gepäck übern Datenfunk entsprechend zu kennzeichnen (siehe unten), doch was hilft das, wenn der Datenfunk bei nur mehr der Hälfte der Fahrzeuge auch funktioniert? 

Wer ist Verantwortlich dafür, dass Sonderleistungen des BVD damit gar nicht verrechnet werden können - und auch deshalb beim Personal gespart werden muss?

In zahlreichen Fällen bleibt den Fahrern gar nichts anderes übrig, als Flug- und Positionsnummer zu notieren, was einerseits fehleranfällig ist - vor allem Zeit kostet. Problematisch ist das vor allem am "Last-Minute-Band", wo jede Sekunde entscheiden kann, ob der Koffer von der Crew noch ins 5er-Loch befördert werden kann oder nicht.
Ich denke, wir Gepäckfahrer tun hier unser Bestes, und es ist ständig auch ein Ausloten der Grenze zwischen Sicherheit, Schnelligkeit und Fehleranfälligkeit!
Diese Arbeit wird allerdings überhaupt nicht Wert geschätzt, weil bestimmten Leute einfach die praktische Erfahrung fehlt. Es sind die selben, die z.B. glauben: Wenn man die Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Std /Woche anhebt, erhöht sich automatisch auch die Arbeitsleistung um 0,5 Std. 
Derlei Beispiele, die den wachsenden Unterschied auch zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzeigen, lassen sich leider viel zu zahlreich finden 
- die Arbeitsüberlastung (seit Jahren wird immer mehr Arbeit von immer weniger Personal geleistet), wird z.B. durch den wachsenden Anteil an Fehltagen (10 - 20 %, Kranke & Verletzte), an Leistungsgewandelten, an Todesfällen deutlich. - Jede Mehrarbeit bedeutet in einer solch angespannten Situation auch ein überproportional steigendes Risiko! - Mir erscheint es vollkommen unverständlich, dass es gerade die Verantwortlichen sind, die dies immer noch nicht wahrhaben wollen? Welche Motivationen stecken dahinter?
- da die FMG es seit Jahren versäumt hat, neues leistungsgerecht bezahltes und damit motiviertes Personal einzubauen (statt dessen eine Politik der Angst aufbaut: Leiharbeiter als Billigkonkurrenz) bedeutet auch diese negative Motivation (auch wegen der Kurzbefristung und Unerfahrenheit der prekären Arbeitsverhältnisse) fast schon eine Garantie für Fehler und Unfälle. 
Wer also ist tatsächlich hauptverantwortlich für Unfälle, damit für Abmahnungen bis hin zu Kündigungen?

 

Noch alle Schrauben beieinander?

 

Das weiter oben bereits genannte Beispiel, wie sich aus einem Klein-Schaden ein riesiges Geschrei machen lässt - wenn man nur will:
Am 30.11.07 hatte ich einen Mini-Schaden verursacht, der sich während meiner letzten Arbeitstage selbst bis zum ver.di-Beauftragten Emmenegger herumgesprochen hatte. An diesem Tag erhielt ich den Auftrag drei bis vier Postwägen im T2 zu sammeln, um diese zum neuen Abstellplatz auf Pos. 204 zu ziehen. Der direkteste Weg zum Tor war verstellt, ich war langsam und vorsichtig, trotzdem machte der letzte Postwagen die Kurve nicht so mit wie ich wollte, streifte in Minimalgeschwindigkeit ein Dreirad-Elektro-Bockerl. Ich kam unmittelbar danach zum stehen. Während ich den Vorarbeiter wegen einer Ersatzschraube anfunken wollte, war bereits der Sicherheitsdienst (WASI) informiert - und nebenbei eilte auch schon der Schichtleiter herbei - der neben mir dann völlig ausflippte, so dass mich die umstehenden Kollegen anschließend fragten, 'was mit dem denn los sei?'.
Ich war absolut ruhig geblieben, und erinnerte mich, was ich mit dem selben Schichtleiter vor einem Jahr beim Vorgesetzten Udo Manlik erlebte. Seit dem hatte ich gesteigerten Wert darauf gelegt, um zu jeden ähnlichen Termin einen Betriebsrat mit zu nehmen.


Skizze
 

Als ich Manlik im März 2008 widersprach, weil der mir gegenüber Falsches unterstellte, und damals den oben genannten Schichtleiter als quasi „Unparteiischen“ einbezog, "Was hältst Du vom Herrn Koppe?!!", brauchte der erst ein paar Sekunden, um sich schließlich ein entrüstetes Gesicht aufzusetzen "Ja, unmöglich, wie sich Herr Koppe präsentiert!?!".
Ich hab die Geschichte damals derart bizarr empfunden, dass ich mir den Ablauf mit den falschen Unterstellungen recht detailliert aufgeschrieben hatte (siehe unten).
Ich denke, grad in der heutigen Zeit des Wettbewerbs nach Unten bewegt sich bei manchem auch das Handeln in freiem Fall. Dafür ist die Zeit für rückgradlose Gummimenschen besonders günstig. Somit sind dann auch solche richtig froh, wenn sie ihre aufgezwungenen Vorurteile auch endlich bestätigt finden dürfen, um hinterher dann umso lauter herum zu trompeten, á la: "ich hab's ja doch immer schon gewusst ...". Man muss sich vorstellen, dass dieses Mini-Missgeschick des gebrochenen Schräubchens den Weg bis zum ver.di-Beauftragten Emmenegger gefunden hat - und mich Kollegen dann auch 3 Wochen später noch darauf ansprechen!!!

Das Problem unserer Gesellschaftsform - also auch im Größeren ist, dass am Ende jeder nur auf seinen persönlichen Vorteil bedacht ist. Je größer der Unterschied zwischen Oben und Unten, desto schwieriger wird es auch, sich in die Situation des jeweils anderen hinein zu versetzen. Das eigenständige Denken wird heute ersetzt mit Feststellungen wie: "Die Zeit hat sich verändert, das ist halt heute so", womit dieser Trend zum Selbstläufer erklärt wird. 
Und das betrifft gerade auch diejenigen, die das Reglement innerhalb eines Betriebs wie der FMG aufstellen. Welcher Verwaltungsangestellte kennt die Arbeitsabläufe eines BVD-Beschäftigten? Welcher kann sich die sieben-Tage-F1-Frühschicht eines integrierten Gepäckfahrers vorstellen? Wenn dieser einmal für eine Sekunde unaufmerksam ist, fällt ihm vielleicht mal ein Kugelschreiber vom Schreibtisch - und keine WASI weit und breit!

 

Dispotür - Abmahnung Nr. 3
plus Zahlung von 1.500 €

 

Am 13.11.2007 hatte ich zum vierten mal in Folge Frühschicht, stand an diesen Tagen jeweils um 3.45 Uhr auf, um rechtzeitig zur F3-Frühschicht (5.00 Uhr) zur Arbeit zu kommen. An diesem Dienstag wurde ich ins T2 abbestellt, dort wiederum den ersten Tag als Fahrer zur "integrierten Abfertigung“ eingeteilt.
Kurz zuvor, nach der Erledigung eines ersten Auftrags, ich kam von Pos. 219 zurück, wollte ich auf dem Weg zurück einen Becher Kaffee aus dem Automaten holen. Ich trug meinen Gehörschutz, als ich den Rofan 806 ca. 5 Meter vor der Wand bzw. Tür zu den Disponenten anhielt.
Nachdem ich mich, den vollen Kaffeebecher in der Hand, vom Automaten umdrehe, erkenne ich, dass sich das Fahrzeug offenbar selbsttätig in Bewegung gesetzt hatte, und nun direkt an der Wand, bzw. der Tür zum Disponenten steht. 

Mein Fehler war, dass ich die ganze Situation wohl falsch einschätzte, denke aber dass dies an den Schichten und der Müdigkeit lag, welche ich ja eben mit dem Becher Kaffee bekämpfen wollte.
- Zwar hatte ich vergessen, die Handbremse anzuziehen - aber das Fahrzeug war gestanden.


Skizze

- Aus meiner Perspektive erkannte ich nicht, dass auch die Tür zur Leitwarte und den Disponenten betroffen war. Wollte ich dies möglicherweise nicht wahrhaben? Lag es an der Müdigkeit? Sah ich es nicht, weil von der Einstiegsseite aus nur den Türstock der Wand zu erkennen war? ...
Beim Zurückfahren hatte ich dann wohl nur die Rückspiegel im Auge, konzentrierte mich schon wieder nach hinten, zur für mich noch ungewohnten Arbeit, dem damals zweiten Tag als "integrierter Gepäckfahrer" ...

Ich hatte längst meine Arbeit an den Entnahmebändern auf Zone 4 wieder aufgenommen, auch einige Fahrten auf Positionen erledigt, als ich von einem mir unbekannten Kollegen angesprochen werde.
„Ist das Ihr Rofan?“
„Ja“
„Hatte irgendjemand heute vor Ihnen den Rofan?“
„Ich glaube nicht“
„Waren Sie heute etwa um 6 Uhr in der Leitwarte?“
„Nein“
„Oder sonst wie in der Nähe?“
„Ja, doch, ich parkte dort etwa um diese Zeit am Automaten...“. 
Nur allmählich begriff ich den Grund der Befragung, war nun immerhin wach genug, die Fragen zu beantworten, tat dies ohne irgendwelche Ausflüchte, allerdings mit dem Hinweis eingeschränkter Wahrnehmung. 

Aufgrund des Schadensvorfalls erkannte ich meine Rolle als Schadensverursacher an. Allerdings ergeben sich wie bereits angedeutet auch hier eine ganze Reihe entlastender Punkte, doch kein einziger wurde entsprechend anerkannt, statt dessen hatte hier allein ich die Konsequenz zu tragen, inkl. Zahlung der vollen Schadenshöhe!


Richtigstellungen zum Schaden an der Zugangstür (Sicherheitstür aus Metall), Terminal 2

  • "Unterschreitung des vereinbarten Schadensbeteiligungsbetrages": 
    Heißt das, wenn der Schaden größer gewesen wäre, wäre die Versicherung für den Schaden aufgekommen und der sog. "Unfallverursacher" bräuchte nicht zahlen, oder ist der sog. Unfallverursacher bei "Eigenverschuldung" automatisch bis zu einer bestimmten Schadenshöhe haftbar?

  • Der Unterschied zwischen einer beschädigten Disponententür und einem beschädigten Einfahrtstor? 
    Woran liegt für den Verursacher der Unterschied? Ist der Grad des Vorsatzes oder des Leichtsinns ein anderer? Weil innerhalb all der Jahre meiner Beschäftigung an kaum einen Tag nicht irgendwo im T1, T2, bzw. GSH ein Tor beschädigt ist, welches dann wiederum entsprechend umfahren werden muss - ich selbst nur ein einziges Mal vor 4 bis 5 Jahren einen solchen Schaden verursacht habe - die Frage als Nichtwissender: Müssen auch solche Tore von den Schadensverursachern bezahlt werden?

  • Welche Schäden führen zu Regressansprüchen, und welche nicht?
    Wie viele Einfahrtstore, Rückspiegel, Reifenschäden, kleinere und größere Unfälle aller Art würden auf diese Weise für die Beschäftigten zu Regressansprüchen führen?

  • Schäden auf BVD-Beschäftigte umlegen? 
    Existieren Zahlen über unfallbedingte Schadenshöhe pro Jahr, um diese als durchschnittliche Schadenshöhe pro BVD-Beschäftigten umlegen zu können?
    Falls künftig generell alle Schadensvorfälle auf die Mitarbeiter umgelegt werden, und sich ein entsprechender durchschnittlicher Lohnabzug der von Mitarbeitern angerichtete Schäden berechnen ließe, der BVD gleichzeitig in Richtung einer Billigtochter ausgegliedert werden soll, nebenbei auch Energie- und Lebenskosten weiter steigen, wäre die Arbeit aus Sicht eines durchschnittlichen BVD-Beschäftigten dann überhaupt noch rentabel?

  • Zusammenhang zwischen Schicht- bzw. Mehrarbeit und Unfallgefahr 
    Jüngst wurde das Thema Sekundenschlaf auf einem Flugblatt des ver.di-Betriebsrats recht anschaulich dargestellt. Konkret ging es dabei um den Zusammenhang zwischen Schicht- bzw. Mehrarbeit und Unfallgefahr. Innerhalb weniger Wochen kamen zwei Kollegen bei Autounfällen ums Leben. 
    Längst ist der Zusammenhang zwischen extremer Schichtarbeit und Unaufmerksamkeit wissenschaftlich erwiesen (z.B. heisst es auf
    medizinauskunft.de oder schichtarbeit.ch: "Erhöhte Fehlerquoten, erhöhte Unfallgefahr und gesundheitliche Probleme der Arbeitnehmer können als Folgeschäden der Schichtarbeit zu Tage treten.")! 

"grobe Fahrlässigkeit" bzw. "Vorsatz"?

  • Kann es sein, dass Regressansprüche des Arbeitgebers nur bei "grober Fahrlässigkeit" bzw. "Vorsatz" in Frage kommen?
    Kann es sein, dass in meinem Fall weder das eine noch das andere vorliegt? - !

über den Sinn einer Sicherheitstür und technische Fragen

  • Sollte es Sinn einer Sicherheitstür aus Metall sein, den Druck eines abgestellten (ursprünglich ruhenden) Rofans auszuhalten, der sich selbsttätig ohne Zutun eines Fahrers in Bewegung setzt?

  • Sollte es Sinn eines Rofans sein, sich nicht selbsttätig ohne Zutun eines Fahrers derart massiv in Bewegung zu setzen, dass es eine 1.500 Euro teure Sicherheitstür aufsprengt?

  • Wie kann also die Alleinschuld beim sog. "Unfallverursacher" liegen, wenn dieser ein "technisch einwandfreies Fahrzeug" (?) in ruhender Situation für eine Minute verlässt?

  • Wieso hatte sich im Anschluss des Unfallhergangs keiner der Anwesenden dafür interessiert, als ich als Fahrer des Rofan 828 das Verhalten des Fahrzeugs zu demonstrieren versuchte?
    Der Kommentar eines Umstehenden als sich dieser von selbst recht dynamisch nach vorne zu bewegen begann: "Halten Sie sofort das Fahrzeug an, oder wollen Sie nochmal gegen die Tür fahren?" - ???
    - Verstand er nicht, dass ich demonstrieren wollte, dass es sich bei dem Vorfall auch um ein technisches Problem handelte, oder wollte er dies nicht wahr haben ???

über die Auswirkung von Einsparmassnahmen

  • Wenn wie beim BVD immer mehr Arbeit von immer weniger Personal geleistet werden muss, zu immer ungünstigeren Schichten, auf der anderen Seite die Arbeit als Gepäckfahrer eine äußerst verantwortungsvolle ist, ist es dann nicht beinahe zwingend, dass auch die Zahl sog. "Unfallverursacher" steigt?

  • Wie passt es zusammen, dass im Jahr 2007 nur ein Bruchteil der Kosten der letzten Jahre für den Bereich Fuhrpark und Maschinen ausgegeben wurde?

  • oder werden Unfälle, die durch Kosteneinsparung begründet sind, dadurch nicht zwangsläufig in Kauf genommen ???

Weniger Geld für Maschinen und Reparatur – mehr Fehler, Unfälle, ... (logisch)

Beispiele für technische Probleme und Defekte sind zahlreich

  • Weil die Zahl der Fahrzeuge knapp ist, hat man als Fahrer oft nur die "Wahl der Qual"
    man muss sich entscheiden: Nehme ich ein Fahrzeug, dessen Datenfunk ausgebaut ist bzw. nicht funktioniert, eines, dessen Handbremse schwer einrastet (Rofan 627), oder eines, welches sich selbsttätig in Bewegung setzt (828), ..?.

Einige Wochen nach dem Vorfall an der Sicherheitstür entkoppelten sich bei einem Kollegen während der Fahrt einige Container von seinem Rofan; diese stießen mit einem mit Passagieren vollbesetzten Bus zusammen. Wer kann nun den Schaden beziffern? In wie weit kann man den Fahrer dafür verantwortlich machen?
Laut Arbeitsbestimmungen hat der Fahrer vor jeder Fahrt den ordnungsgemäßen Zustand der Wägen zu prüfen - In der Realität ist dies zeitlich aber oft vollkommen unmöglich! 
Also, wer sind die wirklich Verantwortlichen bei solchen Unfällen?

"Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Der Mohr kann gehn"

Einige Wochen nach dem Schaden an der Sicherheitstür erhalte ich ein Schreiben, dass ich neben einer Abmahnung auch für den entstandenen Schaden komplett zur Verantwortung gezogen werde. 
Seit dem wurden mir bis Ende 2008 jedes Monat 100 € vom Lohn abgezogen, insgesamt knapp 1.500 € !!!
 - reiner Zufall, dass meine schriftliche Kündigung exakt nach Abzahlung der letzten Rate erfolgte?

beschädigtes Ausfahrtstor


 

"Allerletzte Abmahnung"
und zwei Gespräche mit Udo Manlik

 

Einige Vorbemerkungen:

Grundlage der von Herrn Manlik am 09.04.08 angesprochenen diversen Probleme war ein Vorkommnis: mein Urlaub von 26.02. bis 13.03.08 auf Kreta.

Bereits während des Zwischenstopps in Saloniki wurde mir mein Geldbeutel gestohlen, darin u.a. mein FMG-Ausweis, den ich wegen unseres geparkten Fahrzeugs im Parkhaus 8 mitgenommen hatte. Ein Teil der folgenden Probleme ergab sich hieraus.

Der andere Teil des Problems: Die meiste Zeit des Urlaubs hielten wir uns bei bis über 20 Grad an der Südküste Kretas auf. Wieder in München zurück (13.-18.03.) hatte es Dauerfrost, außerdem war es sehr stürmisch. Die ersten Tage nach Wiederaufnahme meiner Arbeit am Airport war ich als "integrierter Abgepäckfahrer" im T2 eingeteilt; eine Arbeit, die einerseits Schwerarbeit bedeutet (Koffer von den Bändern in Wägen stapeln), andererseits auch die Fahrt im kalten Rofan beinhaltet (Rofan-Halteplätze draußen vor den Toren zum T2). Offenbar war durch die Temperaturdifferenz zwischen Urlaub und Arbeit, sowie dem ständigen hin- und her zwischen körperlich schwerer Arbeit im Warmen und der eher konzentrierten Fahrertätigkeit im Kalten die Voraussetzungen für eine Erkältung erfüllt. Diese machte sich dann ab dem 20. und 21.03. bemerkbar.

Krankheitsbedingtes unentschuldigtes Fehlen:

In der Nacht von 21. zum 22.03. schlug sich die Erkältung ganz massiv auf Hals und Stimmbänder. Ab Samstag vor Ostern (22.03.) blieb mir die Sprache weg. Ich konnte nicht zur Arbeit. Noch schlimmer: meine Versuche, telefonisch auf meinen Notstand aufmerksam zu machen versagten! Ein Freund am anderen Ende henkte ganz einfach den Hörer ein. Als Folge dessen versuchte ich erst gar nicht, die Schichtleitung anzurufen (tat dies dann zwei Tage später). Gleichzeitig war nun, während des Osterwochenendes auch kaum ein Arztbesuch möglich, denn dazu müsste ich erst den Notdienst ausfindig machen. Ich besitze derzeit kein Auto, komme seit 4 Jahren zumeist problemlos (niedrige Fehltage-Quote) mit dem Fahrrad zur Arbeit. So blieb ich wegen meiner massiven Erkältung und dem weiterhin frostigen und stürmischen Wetter notgedrungen daheim.
Am frühen Ostermontag (den 24.03.) kam Hilfe, einige Stunden später gelang es mir - noch immer recht heiser - im Schichtmanagement anzurufen. Gegen Abend klang die Erkältung weiter ab, am folgenden Dienstag (den 25.03.) nutzte ich die erste Gelegenheit, um meinen Hausarzt aufzusuchen. Dieser schrieb mir nachträglich für die Fehltage ein Attest aus, welches ich dann am 26.03. (wieder halbwegs genesen) selbst beim Schichtmanagement abgab.
Mein Hausarzt bot mir an, mich auch noch für einige weitere Tage krank zu schreiben, ich wollte aber die erste Gelegenheit zur Abgabe des Attests nutzen, und hoffte, dass sich die Folgen meiner "quasi-unentschuldigten Tage" damit in Grenzen halten würden - auch weil ich dachte, nicht gerade als Blau- oder Krankmacher bekannt zu sein. Bis zu dieser Zeit (seit 5 Jahren am Airport) hatte ich gerade einmal 12 - 15 krankheits- oder verletzungsbedingte Fehltage.

fehlende bzw. falsche Stempelzeiten:

Unmittelbar nach dem Verlust meines FMG-Ausweises hatte ich per eMail von Athen aus Kontakt zu Wolfgang Hofer (Ausweisamt) aufgenommen, der daraufhin meinen Ausweis sofort sperrte, und einen neuen in Auftrag gab.

Bereits während des ersten Arbeitstages (Eintritt mit Ersatzausweis) suchte ich vom T2 aus eine Gelegenheit, um zur Ausweisstelle zu gelangen, fand aber erst vor Beginn meiner S2-Schicht am 26.03. auch Gelegenheit, den Ausweis schließlich von Frau Schwarz-Moser abzuholen. Sie erklärte mir, dass ich bei Rückfragen die Tel. 36000 anrufen sollte. Diese Nummer wählte dann auch der Schichtleiter, der mich am 27.03. in sein Büro zitiert hatte, und ich von diesem erfuhr, dass der Ausweis nicht funktioniert.
Aus diesem Grund machte ich mich am Freitag, den 28.03. erneut vor Beginn meiner S2- Schicht (13.00 - 21.00 Uhr) auf dem Weg, um vor 12 Uhr in die Ausweisstelle zu gelangen, wo mir Schwarz-Moser mitteilt, dass das Problem wohl an der neuen Ausweisnummer liegt, welchen ich dem für mich zuständigen Mitarbeiter der Zeiterfassungsstelle mitteilen soll.
Am nächsten Tag teile ich dem anwesenden Schichtleiter im T2, Herrn Hermannsdorfer den aktuellen Stand mit. Um jeden Zweifel an meiner Darstellung auszuräumen, schickt er am Ende meiner Schichtzeit (S2, bis 21 Uhr) den Teamleiter, Herrn Aydin zum Ausstempeln mit an die Stempeluhr am Aufenthaltsraum Süd.
Pünktlich um 21 Uhr kontrolliert dieser den Vorgang, und teilt Hermannsdorfer per Funk mit: "Herr Koppe hat richtig gestempelt - die Stempeluhr hat die Stemplung mit Ton und Anzeige richtig bestätigt". Dann warten wir einige Sekunden auf die Antwort des Schichtleiters, bis dieser feststellt: "Bei mir ist nichts angekommen!".
Für mich und dem Kollegen Aydin neben mir steht ab diesem Moment fest: Der Fehler liegt nicht auf meiner Seite!
(Bereits im Juni 2007, als ich zwei Abmahnungen an einem Tag erhielt, eine wegen Probleme beim Stempeln, war ich der Überzeugung, dass der Fehler nicht auf meiner Seite lag, mehr dazu "zwei Abmahnungen an einem Tag").

Da ich nun vom Schichtleiter T2 erfahren hatte, dass mein Ausweis nicht funktioniert, verlor für mich das Stempeln innerhalb der nächsten Tage seinen Sinn. Ich konzentrierte mich auf meine Arbeit, ließ statt dessen das Formblatt vom zuständigen Schichtleiter oder Disponenten unterzeichnen, wollte die Lösung des Problems abwarten, welches ich bei der Zeiterfassungsstelle vermutete. Dazu hatte ich am 07.04. per eMail einige ganz konkrete Fragen in Richtung Frau Schöfbeck bzw. Herr Pieber gestellt
Zwei Tage später, am 09.04. zitierte mich Herr Manlik zu sich, und hielt mir ein Zeiterfassungsprotokoll entgegen, welches fehlende bzw. einmal eine doppelte Kommen-Zeit enthielt. Ich versuchte ihm gegenüber zu erklären, wieso ich dieses für unwesentlich hielt.

Um zu zeigen, dass ich mich um die Klärung meiner fehlenden Stempelzeiten bemüht habe:
Wegen meiner Spätschichten in dieser Zeit, und weil ich telefonisch niemand erreichte, suchte ich am 07.04. die eMail-Adressen per google. Da ich nur die Nachnamen Schöfbeck und Pieber kannte, fand ich bei "Pieber" "Airport" und "München" dessen Vornamen „Alfred“ - nur mit viel Glück über die Ergebnisliste eines Airport-Laufs, und so ergänzte ich die eMail-Adresse zu "alfred.pieber@munich-airport.de". Doch nachdem ich sie abschickte, erhielt ich lediglich die Antwort: "Out of Office AutoReply", zusammen mit meinem Betreff: "Ausweis ohne Stempelzeiten, Danke für Ihre E-mail! Ich bin bis zum 30. März nicht im Hause".
Schließlich gelang es mir, das Problem inkl. der neuen Ausweisnummer an Frau Schöfbeck weiter zu geben – und endlich den Sachverhalt zu klären. Dazu die Antwort von Frau Schöfbeck per eMail, ebenfalls am 07.04.:
"Hallo Herr Koppe, die Auswertung Ihrer angegebenen neuen Ausweisnummer konnte einige Stempelzeiten wieder bringen. Die Stempelzeiten vom 17.03. bis 22.03. und 26.03. und die "gehen"-Zeit vom 06.04. fehlen allerdings noch... Die Stempelzeiten vom 05.04. sind "kommen" um 12:45 Uhr und nochmal "kommen" um 15:07 Uhr. Haben Sie an dem Tag Freistunden genommen und versehentlich ein zweites mal auf "kommen" ausgestempelt?"

- Ich denke, die Antwort von Frau Schöfbeck erklärt vieles:
Als erstes wusste ich, dass "mit der neuen Ausweisnummer" nun mein Ausweis wieder funktioniert.

"Die Stempelzeiten vom 17.03. bis 22.03. und 26.03.":
an diesen Tagen benutzte ich einen Ersatz-Ausweis bzw. Formulare, die ich vom Disponent bzw. Schichtleiter unterschreiben ließ - wo das möglich war, d.h., einige Male stand ich beim Schichtleiter vor der verschlossener Tür.

"... und die "gehen"-Zeit vom 06.04.":
am 06.04.
benutzte ich zum Einstempeln den Ersatz-, zum Ausstempeln zum ersten Mal den neuen, allerdings noch nicht freigeschalteten Ausweis.
Das Problem schien damit am Nachmittag des 06.04. endlich gelöst, als ich am 08.04., nachmittags während meiner Arbeitszeit von Herrn Bock, dem T2-Schichtleiter gebeten werde, mit ihm zu Herrn Manlik zu fahren.

Das erste Gespräch mit Herrn Udo Manlik am 09.04. (anwesend auch Herr Bock):

Manlik legt den Auszug der Zeiterfassungsstelle mit all den Fehlzeiten bzw. Doppelmeldungen vor und verlangt eine Erklärung.
Ich entgegne ihm, dass ich aus diesem Grund bereits mit Frau Schöfbeck in Kontakt stehe.
Obwohl ich Manlik darauf aufmerksam gemacht habe, dass mein Ausweis inzwischen wieder funktioniert, möchte uns Manlik demonstrieren, dass mein Ausweis funktioniert (???). Wir gehen dazu an die Stempeluhr am Eingangsbereich des V2-Verwaltungsgebäudes. Manlik stempelt, hält kurz Rücksprache mit der Zeiterfassungsstelle und teilt uns seine Erkenntnis mit: "Der Ausweis funktioniert. Das Problem liegt damit also nicht an der Karte, sondern ... ? (an Ihnen!)"
Nochmals versuche ich Manlik klar zu machen, dass das Problem inzwischen gelöst ist. Eigentlich, um das Thema zu entschärfen, und in Richtung eines für beide Seiten akzeptable Lösung hin zu wirken, teilte ich ihm meine erste Vermutung des Problems mit, und erkläre: "Weil auf dem neuen Ausweis kein Chip mehr sichtbar ist, dachte ich zunächst, das Problem könnte mit dem neuen Ausweis zu tun haben".
Doch bevor ich diesen Satz zu ende gesprochen habe reagiert Manlik außerordentlich gereizt und ruft: "Sehen Sie mich an", er deutet auf seine Stirn. "Sehen Sie etwas?".
"Nein", antworte ich verwundert: "Ich verstehe die Frage nicht".
Ich versuche es noch mal: "Ich hatte mich wegen des neuen Ausweises auch mit Kollegen unterhalten. Einer nahm als erstes den fehlenden Chip wahr und meinte, das Problem könnte damit zu tun haben."
Wieder komme ich nicht dazu, den Satz zu ende zu sprechen: „Herr Koppe, hören Sie auf!“
An dieser Stelle wurde mir klar: Manlik geht es nicht um Klärung, sondern um Zuspitzung der Situation.
Wieder im Büro zurück zweifelt Manlik meine Suche nach Kontaktversuchen in Richtung Frau Schöfbeck an: "Wenn Sie nicht telefonieren konnten, wieso haben Sie es nicht per eMail versucht?"
Ich beschreibe ihm nochmals, wie ich die Vornamen von Frau Schöfbeck und Herrn Pieber über Google gesucht habe (siehe oben).

- meine eMail-Erfahrungen am Airport: Zwei Jahre zuvor beteiligte ich mich per eMail am Ideenpool (siehe: "Jede Idee zählt") – erhielt darauf nie eine Antwort.

Manlik fragte: "Wie kann es sein, dass die Zeiterfassung am 05.04. nur eine Anfangszeit enthält und keine Ende-Zeit?"
Ich grübelte ein paar Sekunden, bis ich die Lösung fand, die selbst Manlik akzeptierte: „Ich kam mit dem provisorischen Ausweis und ging mit dem Neuen, wobei dieser noch nicht in Funktion war...“.
Weil Manlik grundsätzlich alles anzweifelte..., mir schien, als hätte er für mich 5 Galgen aufgebaut, in der Hoffnung irgendeiner würde für meinen Hals am Ende schon passen ... setzte ich irgendwann meine eigene Kritik an: "Ich kenne eine Reihe Kollegen, die inzwischen nicht mehr am Flughafen arbeiten, denen gekündigt worden ist. Andere befinden sich derzeit in einer ähnlichen Phase wie ich...“
An dieser Stelle erklärt mir Manlik, dass keine Rede davon sein kann, Leute zu kündigen. „Es gäbe genüg Arbeit, der BVD würde demnächst lediglich in eine neue Tochter überführt.“ (???). Er erklärte, derzeit wöchentlich etwa 20 Gespräche zu führen, und die Situation im BVD damit also gut zu kennen.
Ich überlegte, wie es zusammenpassen kann, dass er sich der neuen "Billigtochter" schon so sicher ist, und wie problemlos er dies für die BVD-Beschäftigten zu akzeptieren scheint. Mir schien das ziemlich abgehoben, so als hätte er völlig vergessen, selbst Arbeitnehmer zu sein, überlegte wie das zusammen passen kann. Wenn er sich gleichzeitig zutraut, die Situation im BVD zu kennen, müsste er doch auch wissen, was dies für die Kollegen bedeutet. 
Ich antwortete, dass die Arbeit der Kollegen beim BVD unterschätzt wird, und dass es gut wäre, die Arbeitsleistung nicht anhand möglicher Unregelmäßigkeiten beim Stempeln einzuschätzen.
An dieser Stelle bezog Manlik den Schichtleiter Bock als „Unparteiischen“ ein: "Wir kennen uns ja schon lange, und Du kannst mir gegenüber ruhig kritisch sein... Nun ...
was hältst Du von Herrn Koppe?"
Bock suchte einige Zeit nach den richtigen Worten, bevor er sich angesichts seines Chefs ein entrüstetes Gesicht aufsetzte "weil sich Herr Koppe derart präsentiert" - sich getraut, einen eigenen Standpunkt gegen den seines Meisters zu stellen.
Müßig darüber nachzudenken, ob Manlik eine ähnliche Antwort erhalten hätte, wenn anstatt Bock ein unabhängiger Betriebsrat anwesend gewesen wäre...

Am Ende des Gesprächs kamen Manlik und ich überein, dass ich ihn am 16.04. (den nächsten Mittwoch) anrufen soll, um einen weiteren Termin zu vereinbaren, in welchem ich die Antworten auf seine noch offenen Fragen präsentieren soll.

Das zweite Gespräch mit Udo Manlik.

Am 16.04. rufe ich wie vereinbart an. Es ist 11 Uhr und ich habe Mittagpause. Manlik meint, um 12.15 Uhr soll ich in sein Büro kommen.
Geht es nur um die Weitergabe meiner Unterlagen oder schließt sich daran ein weiteres ausführliches Gespräch an, in dem es Sinn macht einen Betriebsrat mit einzubeziehen?
Weil mir die bisherigen Erfahrungen mahnende Beispiele waren, opfere ich meine Pause, rufe vom Disponenten-Büro im T2 das BR-Büro an. Die Sekretärin dort meint, dass ich in 10 Minuten zurückgerufen werde...
Weil es nun doch etwas länger dauert, suche ich nach 11.30 Uhr das kleine BR-Büro daneben auf, treffe dort die BR Zierl und Wolf, denen ich von meinem Termin mit Manlik erzähle - und auch, dass ich aufgrund der Kurzfristigkeit jeden BR akzeptieren würde, obwohl es eigentlich wichtig wäre, einen BR meines Vertrauens auswählen zu können. Die beiden BR stimmen mir zu – und sind damit ebenfalls gegensätzlicher Meinung als Manlik eine Stunde später. in seinem Büro wundert sich dieser über meine Kritik wegen der geringen Zeitspanne, in der ich einen BR suchen konnte: „Herr Koppe, Sie wussten von diesem Termin!“
Meine Antwort: „Ich wusste lediglich, dass ich mich heute bei Ihnen melden soll, um einen Termin zu vereinbaren, wusste damit z.B. auch keine Uhrzeit“, schien für Manlik offenbar nur eine weitere Ausrede. Alle meine bisherigen Erfahrungen hatten gezeigt, wie wichtig das Beisein eines BR wichtig gewesen wäre - dass einem dies aber fast unmöglich gemacht wird. - Absicht?

Auch wenn BR Michael Eberl nicht der BR-Liste angehört, die ich favorisiert hatte (interessieren würde mich, ob von der Sekretarialts-Stelle ausgehend automatisch erst mal nach Vertretern bestimmter Listen gesucht wird, denn auch bei späteren Anrufen erhielt ich nie jemanden der ver.di-Liste), war ich doch sehr froh, dass sich dieser recht wohltuend nicht-schichtleiter-konform gab, um Fragen á la: "was halten Sie von Herrn Koppe?" mit "Meister, Sie haben wie immer Recht!" zu beantworten, um mir auch hinterher nochmal fast eine ganze Stunde Auskunft zu geben  
– dafür vielen Dank! 

Eberl erläuterte dabei, wieso er nicht an einen Verkauf des BVD (GH) an ein Konsortium (Heuschrecken) glaubt, dafür eine Ausgliederung (Billigtochter) für wahrscheinlicher hält, und machte mir nochmal klar, dass er weder das eine oder andere befürwortet, sondern dies lediglich seine Einschätzung des Arbeitgebervorhabens ist, dass die rein rechtlichen Möglichkeiten für den Betriebsrat bei einer Ausgliederung sehr beschränkt sind. Völlig einig waren wir uns darüber, dass sowohl die eine wie die  andere Entscheidung zu Lasten der Beschäftigten geht! 
Die erfolgversprechendeste Möglichkeit, sich als BVD-Beschäftigter zumindest etwas teurer gegenüber den Billiglöhnern zu verkaufen, sieht Eberl bei der Weiterbildung, z.B. im Rahmen der „Initiative für Sicherheit im Luftverkehr“, welche mittlerweile auch im deutschen Bundestag behandelt wird, siehe http://www.flightsafetyworld.eu/media/download/bereiche/safety/statement_scheuer.pdf. 

Jedenfalls hatte ich vor diesem recht konstruktiven Dialog mit Eberl auch beim zweiten Gespräch mit Manlik eine Reihe von Merkwürdigkeiten erlebt. Als ich ihm aufgrund seiner Fragen u. a. meine Abschrift einer eMails vorlese: "Frau Schöfbeck per eMail am 07.04.: die Auswertung Ihrer angegebenen neuen Ausweisnummer konnte einige Stempelzeiten wieder bringen..." unterbricht mich Manlik heftig: "Frau Schöbeck antwortete nicht am 07. sondern erst am 08.04. !"
Wegen des Zwischenrufs werde ich unsicher. Hatte ich das Datum falsch notiert? Geraten damit auch andere Antworten ins Wanken?
Möchte Manlik meinen Kontakt zu Frau Schöfbeck nach unser erstes Gespräch verlegen, um meine eigenen Aktivitäten in dieser Richtung wertlos zu machen?
Auf jeden Fall gerate ich Manlik gegenüber in die Defensive, damit auch dem Betriebsrat Eberl gegenüber, der sich ja ein eigenes Bild machen will...
Als ich zuhause das Datum des Mails von Frau Schöfbeck überprüfe finde ich den 07.04. - Manlik lag also falsch!
- unabsichtliches Wunschdenken oder taktisches Foul, um z.B. Eberl gegenüber sein eigenes Konzept zu rechtfertigen, wie sehr meine Darstellungen daneben liegen, um meine Unzuverlässigkeit anhand eines ausgesuchten Beispiels deutlich zu machen?
Wer prüft hinterher schon so ein Datum nach???
Es ist nicht so, dass ich eigene Fehler nicht zugebe. Das habe ich Manlik sowie dem BR Eberl gegenüber auch getan, in dem ich zugab: „Mein größtes Problem sehe ich am Samstag, den ..., weil dieser Tag durch das ärztliche Attest nicht abgedeckt ist“.
"Na endlich": Manlik war sichtlich erleichtert, als ich diesen Fehler einräumte, um daraufhin zu erklären, dass ich allein aufgrund dieses Fehltags mit Konsequenzen zu rechnen hätte, und er dies an die Rechtsabteilung der FMG weiter reichen würde.
Formal richtig - und konsequent - auch wenn dies wohl eher auf einen Kommunikationsfehler zwischen mir und meinem Hausarzt zurück zu führen ist, der wohl einfach einen Tag zu wenig auf dem Attest eingetragen hatte – unabhängig davon, wie krank ich nun an diesem Tag tatsächlich war. 
Dann unterstellte mir Manlik: Ich hätte es versäumt, das Attest rechtzeitig weiter zu geben !-?
Auch das bezweifelte ich. Denn als mich mein Arzt damals fragte, ob er mich noch einen Tag krank schreiben soll, antwortete ich, dass er das nicht tun braucht, weil ich sein Attest möglichst am nächsten Tag selbst an meinen Arbeitgeber weitergeben möchte. Wegen der Feiertage wäre es jedenfalls auch per Post nicht schneller gegangen!

Ich wiederholte nochmal, dass es mir leid tut, wenn es aufgrund von Nachlässigkeiten, die in meinem Verantwortungsbereich liegen, zu Fehlern kommt – und ich bin grundsätzlich auch bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen.
Dass aber Fehler zu jedem einzelnen Punkt allein auf meiner Seite gesucht werden – auch wenn sich das Gegenteil z. T. recht leicht feststellen lässt, wenn man denn wirklich möchte – das macht die Darstellung der Gegenseite insgesamt wenig glaubwürdig. 

 

Motivation, Erfahrungen, Philosophie, Psychologie

 

Vom Sinn positiver Motivation, die man erreicht, wenn Mitarbeiter ernst genommen werden
- mancherorts  doch eher verschollenes Wissen

Ich war u.a. zweimal Vorsitzender gemeinnütziger Vereine (siehe www.erding-life.de/xed/brutto.html und www.erding-life.de/gsprung)
Mein Motiv als ehrenamtlich Tätiger, welches ich z. B. als Moderator von über 50 Treffen des „Erdinger Literatentreff“, weiterzugeben suchte, war es auch, innerhalb eines konstruktiv-positiven Dialogs einen Ausgleich zwischen den Personen und Interessen zu erreichen, die Individuen in Ihrer Verschiedenartigkeit einzubeziehen und mit ihren Stärken auf positive Weise anzuregen und zu fördern - weil das wiederum auch der Gruppe als Ganzes zugute kam.

Sollte eine solche Haltung nicht auch für ein Unternehmen wichtig sein, um die Mitarbeiter in einen solchen Dialog einzubeziehen - nicht in dem Sinn, die Schwächen sondern die Stärken der Mitarbeiter für eine Gruppe zugänglich zu machen?
Mir jedenfalls scheint eine gegenteilige Sichtweise unlogisch, denn jeder negative Kreislauf schädigt und schwächt nicht nur die beteiligten Personen als Individuen und Mensch, sondern genauso den Betrieb - letztendlich selbst die Gesellschaft im Ganzen. Für mich eine ganz simple Philosophie, dass sich die fehlende Motivationen der Mitarbeiter schließlich auch negativ auf Krankheitsrate und Unfallstatistik auswirkt
.

Der Anspruch des gegenseitigen Ernstnehmens mit dem Akzeptieren des Gegenübers fehlt mir gerade bei manch Vorgesetztem. Lob findet ohnehin nicht statt!
Welche Rückschlüsse ein solches Verhalten von Persönlichkeiten aufs Unternehmen zulässt?
Jedenfalls ist es keine neue Erkenntnis, dass vor allem schwache Personen und Strukturen schwache Personen und Strukturen fördern, weil sie die Alternative als persönliche Gefahr betrachten. 
Sind es aber nicht grade die Schwachpunkte, die das
größte Potential zur Verbesserung der Arbeitssituation und des Unternehmens bieten? 

An dieser Stelle die Meinung eines persönlich Bekannten Wirtschaftsexperten, Winfried Kretschmer. Er ist leitender Redakteur und Geschäftsführer des Erdinger Online-Magazins changeX. 
Anlässlich des Jahreswechsels, und der Frage "Wie wird 2009?" hatte ich für mein Internet-Portal xED eine Reihe von Menschen interviewt. Während Kretschmer bereits als Buchautor von "Science goes Business" den rauen Ton kritisiert, der derzeit in vielen Unternehmen herrscht, die alltägliche Missachtung und Schikane, die viele Mitarbeiter erleiden, ist Kretschmers Hoffnung, dass die Unternehmen 2009 endlich Lehren aus den Fehlern ziehen.
"Obwohl sich 2008 alles aufs Monetäre konzentrierte, gab es gerade hier die größten Fehleinschätzungen. Der Kreditsektor etwa entwickelte sich zur ökonomischen Massenvernichtungswaffe, deren Auswirkung sich 2009 erst richtig offenbaren könnte. Die Mitarbeiter, und die Menschen generell blieben dabei auf der Strecke. Eigentlich wäre es nun ganz wichtig, hier gegenzusteuern, innovative und kreative Menschen, Ideen, gerade auch unter den eigenen Mitarbeitern zu fördern. Grundvoraussetzung dafür sei in den Chef-Etagen und bei den leitenden Mitarbeitern mehr Mut, Offenheit und Toleranz im Denken". Den Worten Kretschmers
ist nichts mehr hinzuzufügen.


Winfried Kretschmer wünscht sich für 2009 Mut für eine neue Unternehmenskultur 
 

vom leisen Sterben der Mitbestimmung
und dem Nutzen "guter Pressearbeit" 

 

Die letzte "echte" Betriebsversammlung der FMG wurde am 06.12.2007, eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung abgesagt. Ich selbst war an diesem Tag extra 3 Stunden vor meiner Spätschicht zur Arbeit geradelt.

Als ich eben dabei war, mich vom Aufenthaltsraum im T2 an den Ort der Versammlung zu bewegen, kamen die ersten Kollegen gerade von dort zurück.
Es handelte sich um Mitarbeiter, die den Raum der Versammlung bis kurz zuvor erst hergerichtet, bestuhlt und auch die technischen Geräte organisiert hatten. Nun war die Gruppe sichtlich verwirrt, setzte sich um einen Tisch, an den sich nun auch andere dazu gesellten. Man diskutierte. 
Einer meinte: "Sowas hab ich hier noch nicht erlebt. Stellt Euch nur all die Kollegen vor, die jetzt umsonst in ihrer Freizeit von zu Hause aus hier her gefahren sind. Stellt Euch die Kosten vor, die eine kurzfristige Verlegung auf einen anderen Tag verursacht? (- zu dieser Zeit glaubte man ja immerhin noch, es würde einen Ersatztermin geben).
Jemand reichte das kurzfristigst vom BR-Vorsitzenden erstellte Flugblatt herum, kommentierte das hilflose Eingeständnis des BR-Vorsitzenden Graßl für den Grund der Absage, "Weil er den ordnungsgemäßen Ablauf der Betriebsversammlung nicht garantieren kann, ... Stellt Euch mal vor: Ein BR-Vorsitzender, der vor den eigenen Kollegen Angst hat. Wie will so jemand seine Funktion als unser Vertreter gegenüber der Geschäftsleitung überhaupt wahrnehmen?".

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Ein BR-Vorsitzender, der Betriebsversammlungen absagt, macht sich gegenüber der Meinung und den Interessen der eigenen Belegschaft unabhängig, denn er braucht weder auf die Meinung der Beschäftigten eingehen, noch seine Entscheidungen gegenüber dem Arbeitgeber zu rechtfertigen. 
In einer solchen Situation stellt sich die Frage wie von selbst: In wessen Interesse verhandelt der BR gegenüber dem Arbeitgeber? 

Schon lange vor dem Fall Siemens - dort wurden ab dem Jahr 2006 Strukturen zwischen Unternehmen und einer sog. "unabhängigen Betriebsratsliste AUB" offensichtlich (Info hier) - hatten viele Kollegen gemutmaßt, dass die Interessen an einem arbeitgeberfreundlichen Betriebsrat sicher nicht auf Siemens beschränkt ist...

 

"Wir wissen, wo der Ball liegt"

Die allerletzte Betriebsversammlung, die ich am Airport miterlebt habe, wurde atomisiert, fand ab 8. Juni 2008 zu unterschiedlichen Tagen an unterschiedlichen Orten statt. Obwohl es den Kollegen im BVD so schwer wie nur möglich gemacht wurde, bei der ersten Versammlungen in der Kantine im Verwaltungsbereich dabei zu sein, der 08.06.außerdem der erste Spieltag der Deutschen Fußballnationalmannschaft (Deutschland - Polen 2:0) bei der EM in Österreich war, hatten doch zumindest einige Dutzend BVD'ler den Weg dorthin gefunden. Einige berichteten dann darüber, dass ihre Teilnahme als unentschuldigtes Fehlen gewertet würde, mit der Konsequenz einer fristlosen Kündigung. Zuvor hatte die Geschäftsleitung mit Aushängen die Teilnahme während der Arbeitszeit untersagt, und entsprechend gewarnt.
Der BR-Vorsitzende sprach dann jedenfalls viel mehr über Fußball, auch über ein Golfturnier in Grünbach zugunsten Suchtprävention! - ungewohnte Komik(?), denn immerhin böte das Thema eine geeignete Überleitung, um die Situation der Beschäftigten im BVD zu diskutieren. Doch laut Tagesordnung war dieser Punkt erst gegen Ende der Versammlung vorgesehen, und welch Zufall: die Themen zuvor wurden alle deutlich überzogen, das Zeitfenster für den letzten Tagesordnungspunkt wurde damit immer kleiner. Ab 18 Uhr immerhin begann die Fußball-EM, unmittelbar nach dem Spiel Österreich gegen Kroatien spielte die Klinsmann-Elf gegen Polen.
Als dann endlich Wortmeldungen möglich wurden, wurden die ver.di-Betriebsräte so lange ignoriert (probiert mal, 10 Minuten lang einen Arm ausgestreckt oben zu halten), bis sich immer mehr Kollegen melden, um diesen das Wort zu erteilen.


v. l.:   BR Kurtulan   -   Passler (seit 01.10.07 Leiter des Geschäftsbereiches Ground Handling)   -   BR Börries   -   BR Kruppa

 
links: BR-Vors. Grassl redete viel über Fußball und einem Golfturnier Grünbach - zugunsten Suchtprävention.

 

rechts: Sein Listen-Kollege gab sich als Mauermeister und ignorierte die Fragesteller solang, bis es nicht mehr anders ging.
Irgendwann waren die Proteste der Beschäftigten so massiv, dass ihm nichts anderes übrig blieb, als das Mikro an BR Börries abzugeben.

Als BR Börries eben dabei war, die Situation des BVD aus seiner Sicht darzustellen, bricht im Zuhörerbereich ein Kollege zusammen, und wie aufs Stichwort eilt Sanitäter Grassl nach hinten, um Erste Hilfe zu leisten - Und die Betriebsversammlung war beendet.
- ein Foul?  
Doch halt, wer hat nun eigentlich den Ball?

Wieso der Ball liegt wo er liegt

Seit der Wahl Graßls zum BR-Vorsitzenden fragte ich mich nach den Hintergründen, die dies ermöglicht haben. Dabei fiel mir neben einer geschickten Strategie der beiden Koalitionäre Graßl und Siegl (siehe Link) vor allem der gute Kontakt zur Lokalpresse auf, vor allem zum Redakteur des Erdinger Anzeiger.   
So beklebte Graßls Partei im Wahlkampf massiv die Wände der Aufenthaltsräume mit Berichten des Redakteurs. Betitelt mit: "Grassl lässt sich nicht mundtot machen" kamen diese daher, wie der mutige Kampf Davids gegen Goliath.   
Nach der Wahl gehörte der Redakteur zu Graßls ersten Gratulanten, der den neuen Betriebsratsvorsitzenden wiederholt interviewte. 
Als Krüger (Goliath) gegen Unregelmäßigkeiten im Wahlkampf klagte, war der Redakteur weit von Schlagzeilen entfernt wie: "Krüger lässt sich nicht mundtot machen"
statt dessen hieß die Überschrift diesmal: 

"Ohne Klage geht die Kuh (Krüger) nicht vom Eis", um sich im nebenstehendem Kommentar: "Ins Abseits manövriert" nochmal selbst zu bestätigten. Und dann natürlich in der Wortwahl logisch: 

"Amtsgericht schmettert Klage ab".

 näheres zur BR-Wahl 2006 - hier-

... doch letztendlich gab es nicht nur das Amtsgericht, mitsamt der lokalmedialen Couleur! 


- Im Folgenden nochmal der Redakteur als Beispiel bezgl. der Notwendigkeit von Arbeitnehmervertreter: 
  "Ver.di soll sich raushalten"
  Man kann nur hoffen, dass kein Beschäftigter anderer Meinung war
 

Für einen bestimmten Typ von Unternehmen ist neben einer schwachen Arbeitnehmervertretung der Wert guter Pressearbeit enorm wichtig. Und manchmal tragen die Früchte sehr bizarre Formen. Während die Pressearbeit "spitze" ist, und der Flughafen "wächst und wächst" sind lediglich die Beschäftigten, die diesen Erfolg zustande gebracht haben, leider ihren Lohn nicht wert. 

Ich fragte mich, wieso wenigstens der Betriebsrat als Interessensvertretung der Beschäftigten nicht offensiver die Interessen der Beschäftigten vertritt, und erfuhr von der Betriebsratsminderheit von Graßl's angeblicher Bevorzugung bzgl. einer vom Arbeitgeber hochdotierten Angelegenheit, womit natürlich ein deutlicher Interessenskonflikt als Arbeitnehmer-Vertreters erklärbar wäre, und erfuhr, wieso Gewerkschaftler Graßls Wahl auch wegen anderer Unregelmäßigkeiten anfochten. Der BR-Vorsitzende musste also damit rechnen, im Bundesarbeitsgericht zu unterliegen und kein Wunder:  
Graßl trat vor der Entscheidung beim Bundesarbeitsgericht am 12.01.2009 als BR-Vorsitzender zurück. 

Das weitere Ergebnis: Der Wahlvorstand wurde nun gesetzlich verpflichtet, "unverzüglich Betriebsratswahlen" zu ermöglichen. 

Was es nun hilft, dass der Wahlvorstand noch ganz kurz zuvor ausschließlich mit Graßl-Leuten besetzt wurde?   
Natürlich geht es auch darum, dass die unter Graßl kaum durch eine eigene Meinung auffallenden Betriebsräte (Ausnahmen gibt es) nun darum fürchten, nicht wieder gewählt zu werden, und sicher versuchen, zumindest ihre Chancen zu verbessern.

All den inzwischen ausgeschiedenen Mitarbeitern (lebendig oder tot) hilft das nun zwar wenig, aber vielleicht bedeutet die Situation wenigstens für die derzeitige Kollegschaft ein Silberstreif am dustren Horizont.


Billig und Rechtlos
- als Bauernopfer der neoliberalen Globalisierung?

Meiner an dieser Stelle zugegebenermaßen etwas vereinfachenden Philosophie nach ist ein wesentlicher Grund der Wirtschaftsmisere der, dass der Wert der menschlichen Arbeitskraft im Vergleich zu den der Großunternehmern, Aufsichtsräten und Spekulanten in den letzten Jahrzehnten rapide verloren hatte, bis diese (am sichtbarsten in den USA) ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten. Dass insgesamt das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich immer größer geworden ist, liegt auch an Lobbyisten wie Werner Sinn (IFO-Institut), welche der Politik seit Jahren verkünden, dass Mindestlöhne die Wirtschaft schwächen - dass deshalb im Endeffekt dumm ist wer arbeitet !.- während für's Nichtstun Renditen von bis weit über 20 % versprochen wurden, und sich kaum einer dafür interessierte, wie z.B. auch sog. Gewnnmitnahmen beim Börsenspiel zustande kommen.
Interessant, dass Deutschland als Exportweltmeister derart einseitig die Binnenkonjunktur vernachlässigt hat, so dass diese nun in Zeiten der Krise mit gigantischen Mitteln (Abwrackprämien, ...) gestützt werden muss, was vor vielen Jahren um ein Vielfaches billiger auch mit einer anderen "normalen" Philosophie, wie einer humaneren Arbeits- und Sozialpolitik erreicht hätte werden können. 
Doch leider ist es in Politik wie Wirtschaft ähnlich. Es zählt der kurzfristige Gewinn, auf Kosten nachhaltiger Lösungen. Viel zu oft sitzen die Egoistischsten und Rücksichtslosesten mit den spitzesten Ellenbogen an den höchsten Spitzenpositionen der Unternehmen, aufgebaut aus einer Pyramide von Seilschaften, Netzwerken und sich gegenseitig schützenden Halbwahrheiten, über die man sich möglichst schnell nach oben hangelt, hin damit leider auch zu den gesellschaftlich verantwortungsvollen Posten, welche unsere Wirklichkeit ausmacht.

Bewertung dieser Meinung unter yahoo-clever, siehe hier

 

Dazu passend fand ich auch die folgende unter yahoo-clever gestellte Frage fand recht interessant: 
"Warum zahlt Deutschland Geld in die EU wenn es selbst an Geld fehlt?" 

Ich hab sie hier zu beantworten versucht.

Erkennungssymbole: Erscheinungsbild und Auftreten
Praktisch: 
Die eigene Zeitung ermöglicht Selbstgespräche vollkommen ohne Gegenpositionen

 

von wegen "Jede Idee zählt"

 

Ich hab anfangs durchaus versucht, konstruktiv eigene Stärken einzubringen, etwa im Rahmen des betrieblichen Ideenwettbewerbs, bzw. "Ideenpool", bzw. "Jede Idee zählt". 
So formulierte ich damals vier Ideen, schickte diese per eMail-Anhang, an eine eMail-Adresse, welche ich auf dem "Jede-Idee-zählt"- Plakat neben der Stempeluhr fand. 
Nachdem es monatelang keine Reaktion auf das von mir verschickte eMail gab, fragte ich zum ersten Mal telefonisch nach. Zunächst wusste die zuständige Mitarbeiterin gar nichts von einer eMail-Adresse. Erst durch mich erfuhr sie, dass diese von ihrem Kollegen eingerichtet worden war. Wir verblieben so, dass sie sich nun bei ihm kundig machen wollte. Ich würde dann über meinen Vorgesetzten ganz sicher Bescheid über das weitere Vorgehen erhalten. Als weitere 6 Wochen nichts passierte, fragte ich erneut nach. Mein Gegenüber hatte meinen Anruf inzwischen vollkommen vergessen, erinnerte sich schließlich aber doch mit einiger Mühe. Das Wunder geschah, und einige Wochen später saß ich tatsächlich mit zwei zuständigen Kollegen zusammen. Das Gespräch im V2-Verwaltungsbereich verlief fast optimal, denn die Gesprächspartner hatten sich aufgrund meiner Vorschläge offenbar gut vorbereitet, stellten dazu ganz gezielte Rückfragen, die ich dann wiederum zu beantworten suchte. 
Es ist natürlich ein supertolles Gefühl, endlich einmal Ernst genommen zu werden - und man möchte so etwas dann auch mit der eigenen Leistung rechtfertigen. Am Ende verblieben wir so, dass man sich recht bald wieder bei mir melden wird. 
- Bis heute wartete ich vergeblich!

Immerhin brachte die Mitarbeiterzeitung "Flughafen-Report" im Juni 2007 (etwa ein Jahr nach dem Gespräch siehe unten) einen recht guten Bericht über eine jener Ideen (MiFaZ), die ich ja bereits Jahre vor Beginn meiner Arbeit am Flughafen als Architekturstudent zu realisieren suchte, und heute als Projekt für lokales Mitfahrorganisieren für Pendler in fast 500 Städten, Gemeinden und Landkreisen Bayerns eingesetzt wird, darunter z.B. der Landeshauptstadt München (http://www.muenchen.de/mifaz). 

Die Juli-Ausgabe 2007 im Flughafen-Report

Die Reaktion des Münchner Flughafens?
Anstatt
das Projekt des eigenen Mitarbeiters zu berücksichtigen, baute man ein eigenes Einfachst-Projekt auf, welches lediglich übers innerbetriebliche Intranet funktioniert - zum Schaden vieler Mitarbeiter, die von den flughafenrelevanten MiFaZ-Angeboten aus den Umlandkommunen nichts wissen. Dass statt dessen nun zwei vollkommen unabhängige Portale existieren, ist sowohl ökologisch wie ökonomisch vollkommener Unsinn.
- vor allem fragt man sich als Mitarbeiter, welche Lehren man aus solchen Erlebnissen ziehen soll?

Meine Lehre war wohl irgendwann, dass man als Mitarbeiter nicht ernst genommen wird; dass es vielleicht auch gar kein Interesse an einem ernsthaften Austausch - an Durchgängigkeit - zwischen Oben und Unten geben soll. 
- Vielleicht ist es ein Mentalitätsproblem, sich mit möglichst keinen neuen Ideen beschäftigen zu müssen, weil das Arbeit macht, weil es eigene Denk- und Ordnungsstrukturen (man selbst ist ja ohnehin der Beste) durcheinander bringt. Wieso Offenheit, Transparenz und Mitsprache, wenn doch zunächst einmal jeder viel lieber sich selbst ins Zentrum stellt?  
- Vielleicht widerspricht das der pol. Philosophie, bei der es ja nicht darum geht, den Wert der Mitarbeiter zu stärken, sondern im Gegenteil dessen Wert möglichst gering und damit "billig" zu halten? 
Die Folge ist, dass gerade aufgrund solcher begrenzten Sichtweisen dann auch vollkommen unsinnige Regeln aufgestellt werden, die zulasten der Kollegen gehen. Während man selbst als tatsächlich Verantwortlicher davon kommt. Abmahnungen sind ohnehin  ausschließlich von Oben nach Unten möglich, Betriebsversammlungen werden vermehrt abgesagt oder unwichtig, somit sinkt jede Notwendigkeit Entscheidungen vor den Beschäftigten rechtfertigen zu müssen. Damit passieren Fehler und Unfälle nur, weil die Kollegen zu dumm sind, die Regeln zu befolgen. 

Genau diese Sichtweise wiederum führt zur mangelnden Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern.
Diese Entwertung des eigenen Personals, damit der Menschen generell, macht im Endeffekt den Wettbewerb nach Unten erst möglich.

 

Billig-Flugmaschine = Billig-Jobmaschine

 

Die EU vertrat von Anfang an die Interessen der Unternehmen und der Wirtschaft - auf Kosten der Beschäftigten. 
Nirgendwo sonst ist der Einfluss der Lobbys größer als in Brüssel. Und eben hier sitzen ganz massiv auch die Vertreter der Flughäfen. Walter Vill, Geschäftsführer der FMG, war in Brüssel lange Zeit Interessensvertreter des Münchner Airports. 

Ein Großteil der Erfolge des Münchner Flughafens, etwa die stetig angestiegenen Wachstumszahlen, verbucht die Geschäftsleitung dann (durchaus logisch) stets für sich - und lässt sich auch entsprechend feiern. 

Billiganbieter als Bauernopfer für steigenden Wachstum

Bei dem intern durch die EU-Politik ausgelösten verschärften Wettbewerb sind Verluste in Teilgeschäften als Bauernopfer durchaus eingeplant. Bauernopfer sind die Beschäftigten beim BVD, weil im Zug des immer Billiger (der gewollten Liberalisierung der Anbieter von Dienstleistungen) Kunden gewonnen werden sollen, um möglichst hohe Flug- und Besucherzahlen zu generieren, damit neben Transrapid und 3. Start- und Landebahn auch den Ausbau als Dienstleistungs- Zentrale in der "Airfolgs-Region" zu ermöglichen, damit die Umsätze insgesamt zu steigern. Die billigen Abfertigungspreise wurden daher von Politik und Lobbies also ganz gezielt organisiert.

Zahlreiche Dienstleistungen im Zentralbereich profitieren von den billigen Abfertigungspreisen am Münchner Airport. Ein recht anschauliches Beispiel: rechts im Bild die Parkleitzentrale. 
Nur wenige Mitarbeiter sind hier für ca. 10.000 geparkte Fahrzeuge zuständig, erwirtschaften dadurch monatlich einige Hundertausend Euro. (Parkpreise

Der Logik der FMG-Leitung nach könnten die Beschäftigten hier eine deutliche Lohnsteigerung verlangen, denn dieser Bereich wirtschaftet (im Unterschied zum BVD) ja höchst produktiv (=hervorragende Mitarbeiter), und: jeder soll doch bekommen, was er verdient. 

Glitzerwelt

Es ist schon eine wahre Kunst, eine solche Sichtweise als öffentlich anerkannte Wahrheit zu vermitteln, und keine Zweifel darüber zuzulassen (leider spielen viel zu viele Redakteure das Spiel mit, ... mehr dazu weiter unten). 

So erfahren die Beschäftigten beim BVD: rechts im T2, dass sie viel zu teuer arbeiten; erfahren deshalb für ihre über Jahrzehnte hinweg hervorragende Leistung kaum Anerkennung. 
Im Gegenteil: Dafür, dass sie ihre Knochen hinhalten ("Knochenjob"), und über Jahrzehnte ihre Gesundheit riskieren, werden sie gekündigt, sobald ihre Gesundheit nachlässt (der Weg zu HartzIV); wird jeder Fehler individualisiert und als Vergehen gehandhabt. Die Arbeitsbedingungen oder der Einfluss der heruntergekommenen Geräte mit all den technischen Mängeln wird dabei ganz bewusst verschwiegen; damit auch die daraus resultierenden Unfälle, die hohe Zahl von Verletzungen inkl. der "Leistungsgewandelten" in Kauf genommen.

Schattenwelt

Dazu kommt ein strukturelles Problem, welches z.B. für die eigene Arbeitsmotivation entsteht. 
Wenn es seit über 5 Jahren keine Neueinstellungen mehr gibt, dann heißt das, dass ein vor dieser Zeit eingestellter Mitarbeiter immer an letzter Stelle bleibt, was Erfahrung und Wissen, Kontakte und Hierarchie, aber auch die Arbeitsverteilung und einen möglichen Aufstieg betrifft.

Wettbewerb mit Billiganbietern
- hier der Auszug eines Schichtplans im Sommer 2008 (Mitarbeiter von mucground)

Der Unterschied zwischen Oben und Unten vergrößert sich ...  
Kommt er daher, weil sich die Politik vor allem aus Hochglanzbroschüren der Unternehmen informieren lässt, und den Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren hat? 
Der Kommentar von Horst Seehofer aufgrund des von mir initiierten Sendebeitrags von panorama am 16.07.09: "ich nehmen das jetzt mit, dass Sie das nicht nur als Randproblem sehen" (siehe: das.erste.ndr).

Seit Jahren wird in unserem Land dereguliert und liberalisiert. Seit Jahren werden die sozialen Standards – Errungenschaften aus vielen Arbeitskämpfen – platt gemacht. Die Reallöhne sinken, die Menschen haben Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut durch Hartz IV, und sollen selbst für ihr Alter vorsorgen - Die Lobbyarbeit der Privatisierer, z.B. in der Versicherungswirtschaft (Rendite) hat sich rentiert.

Ganz Deutschland und Europa für 29 € 

- B. Kerner warb lange Zeit für Billigjobs >

Am 20.01.2008 war B. Kerner Gastgeber für eine Sendung: "Lohnt sich Arbeiten noch?". 

Blühm polterte über Manager, die ihren Wohlstand durch  Hungerlöhne finanzierten. "Das Wirtschaftswunder war aber kein Renditewettbewerb", erinnerte der ehemalige Bundesminister. 
Das ganze System stimme nicht mehr. Wo bleiben Anstand und  Gerechtigkeit in der Politik, die durch Spekulationen riesige Renditen möglich gemacht haben, während die arbeitenden Menschen nicht genügend zum Leben verdienen. 
Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft, wenn Leiharbeiter eingestellt werden, die keine Bindung mehr an einen Arbeitsplatz haben, weil nur mehr Flexiblilität und Mobilität zählen?

Kerner selbst zeigt, wie es geht. Lange Zeit warb er auf riesigen Plakattafeln, wie hier im Zentralbereich des Münchner Airports für Billigflug - und damit für Billigjobs. 

 

in Arbeit ...

Akteneinsicht

 

Mail an BR X vom 04.06.08: 
leider komm ich nun wegen meiner morgigen frühschicht nicht mehr dazu, viel zu meiner personalakte weiter zu geben. jedenfalls steckten da im märz noch ausdrucke von xED-seiten darin. die frage ist, wie die drauf kommen. wessen motivation dahinter steckt.
die frage ist, wie ich akteneinsicht verlangen kann, ohne dass jemand besonders gelegenheit bekommt, diesen ordner zu "säubern"?

- Mail-Antwort von BR X vom 05.06.08:  
Was die Frage Personalakte betrifft, sehe ich eigentlich nur einen möglichen Weg und der heißt: Überraschungsangriff. Wenn Du demnächst mal zu normalen Bürozeiten etwas mehr Zeit hast, dann würde ich diese nutzen. Ich würde hineinspazieren zur Fr. Y (...) oder bei Fr. Z um Akteneinsicht bitten. Damit Du nicht zu sehr störst: Du kannst ein bisserl warten, kein Thema, sie sollen erstmal ihre aktuellen Tätigkeiten beenden und Du wartest einfach so lange. Dann setzt Du Dich gemütlich in deren Büro und dann schauen wir mal.
Falls sie Dich rauswerfen, wegen keine Zeit oder so, dann versuch' doch mir kurz Bescheid zu geben (oder O, P, oder Q). 
So. Was anderes dazu fällt mir auch nicht ein. Ich würde mit den Kolleginnen nicht darüber diskutieren, dass in der Akte letztens ein xED-Ausdruck war, es höchstens (wenn überhaupt) einmal fragend erwähnen, aber jedenfalls nicht zu sehr nachhaken. Das nachhaken sollte dann schriftlich passieren.
Falls man Dir erzählen sollte, dass die Personalakte aus unerfindlichen Gründen gerade nicht da sei, dann frage, wo sie denn hin ist. Dann probierst Du es halt direkt dort.
Eine bessere Idee dazu habe ich nicht. Personaler, die Personalakten frisieren, falls dem dann so wäre, wer weis schon auf welche abstrusen Ideen solche Personaler sonst noch kommen könnten?

- Mail an BR Y vom 19.08.08

Ich versuch Dich gleich noch telefonisch zu erreichen, und zwar geht es um zwei Themen:

1) um die Möglichkeit der Einsicht in meine Personalakte, zu der mir die Anwesenheit eines BR der ver.di-Liste sinnvoll scheint.
Als mir vor 3 Monaten eine Verwaltungsangestellte gegenüber saß, und sie darin herumblätterte sah ich, dass sich in dem dicken Ordner auch der ausgedruckte Bericht aus meiner xED-Seite wieder fand. Konkret handelte es sich um eine Kopie dieser Seite: http://erding-life.de/xed/061208-lebensalter.html.
Damit könnte ich nachweisen, dass in meiner Beurteilung, die immerhin zu vier Abmahnungen und der Schuldeinschätzung bzgl. eines Schadens (Disponententür im T2) geführt haben (die ich bezahlen muss), Dinge eine Rolle spielen, welche nichts mit meiner Arbeit zu tun haben.   

2) Zum Arbeitszeitmodell:
Ich scheine bereits in den September hinein einen Super-GAU zu erleben. Und zwar habe ich von 30.08. ab F1 (also ab 4 Uhr Frühschicht).
Es könnten nun also bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt die schlimmsten Befürchtungen eintreffen, dass das nur der erste von sieben Tagen F1 ist. Wie ich darüber als integrierter Fahrer denke, hab ich Dir ja bereits geschildert.

Gut wär es, könnte man evtl. heute schon etwas wegen Punkt 1) erreichen. Obwohl ich heute noch einen freien Tag habe, könnte ich ab 15 Uhr in der Gegend des Verwaltungsbereichs am Airport sein.
Es wäre schön, wenn Du mir - oder auch ein anderer ver.di'aner - helfen könntest.

Schöne Grüße,
Walter


Höhere Arbeitszeit = höhere Wirtschaftlichkeit?

 

Einerseits will die FMG die zu hohe Krankheitsquote in den Griff bekommen, 
- und forciert auf der anderen Seite die Flexiblisierung der Arbeitszeit, was extremere Schichtarbeit und erhöhte Wochenarbeitszeit bedeutet. 
Für Schellrechner wie Siegfried Passler ist klar: Eine Erhöhung der Arbeitszeit von 37,5 auf 38 Std bedeutet 0,5 Std verbesserte Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Wer allerdings nur ein klein wenig nachdenkt, entdeckt den Faktor Mensch; denn wer von zuletzt massiv erhöhten Krankheitsquoten weis, sollte auch realisieren, dass viele der Beschäftigten längst an ihrer Belastungsgrenze stehen. Auch wenn das "starke Männer" nicht gerne zugeben sollte doch jedem klar sein, dass sich jede kleine Zusatzbelastungen relativ stark ins Negative auswirkt - sowohl bezüglich der Gesundheit der beschäftigten Menschen,  damit aber auch der Wirtschaftlichkeit, des Gesundheitsystems, ... 

hohes Maß an Verletzten

Ich erinnere mich noch die Ausgabe des Flughafen-Report, die im Jahr 2006 stolz titelte: "Nirgendwo sonst finden sich so viele schwerbehindert Beschäftigte wie am Airport". Der Redakteur warb dafür wie eine Auszeichnung - ohne sich darüber klar gemacht zu haben, dass viele der Behinderten während ihrer Arbeitszeit zum gesundheitlichen Sonderfall geworden waren - nebenbei auch für Kollegen zum Risikofaktor werden, denn einerseits müssen andere einen Teil von deren Arbeit übernehmen, andererseits können bereits unwesentliche für den Kollegen Folgen haben. 
Lange Zeit konnten die "Umgewandelten" in anderen, weniger körperlich anspruchsvollen Bereichen eingesetzt werden. Doch diese Möglichkeiten scheint inzwischen erschöpft. Derzeit versucht das Unternehmen, die zum Großteil selbst produzierten Sonderfälle billigst los zu werden. In Zeiten der Privatisierung werden Verluste sozialisiert. 

Gesundheit - nur etwas für Bürokraten - und Hochglanzbroschüren?

Zweimal hab ich in den letzten Jahren Informationsveranstaltungen des Gesundheitsmanagement erlebt. Die letzte fand im Herbst 2008 im Pier-Aufenthaltsraum statt. Darin ging es um richtige Ernährung, um Ausgleichssport, ...
Ich hab nur selten mal einen Schichtarbeiter-Kollegen getroffen. Auch diesmal war die Aktion für die eigentlich recht nah im T2 arbeitenden im Innendienst kaum erreichbar. In meiner Zone wusste kein einziger meiner Kollegen etwas davon. Der Termin wurde weder nach unten kommuniziert, und die halbstündige Pause hätte kaum jemand dafür verwenden wollen. So bleiben die Verwaltungsangestellten aus dem weit entfernten Bürogebäude V2 auch diesmal in etwa genauso unter sich wie bei Vergleichskämpfen der Airport-Golfer in Grünbach. Gesundheit als Luxus.
Genau das Gegenteil wird mit großem Aufwand publiziert: hier steht in Hochglanzbroschüren "der Mensch an erster Stelle", und dann wird es bizarr: "Produkte und Profite sind nachrangig" - so steht es auf http://www.munich-airport.de/de/company/gesund/ganzheit/index.jsp !!! 
- und so verteilt sich der bayrische Staat (das bayr. Gesundheitsministerium) regelmäßig quasi selbst den Preis (Bayern ist zu 51 % Anteilseigner der FMG). 

 

Eiskalt - Rofan-Abstellplätze für Innendienst im Freien

Regeln werden von denen aufgestellt, die den Bezug zu denen verloren haben, welche diese Regeln zu erfüllen haben. 
Da heißt es zum Beispiel, dass die Gepäckfahrzeuge der integrierten Abfahrer draußen vor den Toren abzustellen sind. Nun stelle man sich mal einen nasskalten Wintertag vor. Der Fahrer arbeitet gleichzeitig als Schwerarbeiter im T2, ist verschwitzt, steigt dann ins eiskalte Fahrzeug, um das eingefüllte Gepäck an Position zu ziehen; der Vorgang wiederholt sich den ganzen Arbeitstag, stetig wechselt die Arbeit zwischen körperlich schwerer Arbeit im Innendienst, und konzentrierter Arbeit im eiskalten Fahrzeug, ... 
Und dann wundern sich tatsächlich genau diejenigen, die derlei Regeln aufstellen, über erhöhte Fehlzeiten?

 

Unfälle

Hier übersah der Fahrer des Lufthansa-Fahrzeugs beim rückwärtigen Ausparken den bereits in Position eingefahrenen Gepäckfahrer 

 

Andenken an tote Kollegen

über Arbeitsbedingungen und den Wert von Freizeit

längerfristige Entwicklungen

über den Wert der Arbeit

 Lobby-Arbeit der FMG in Brüssel:   
Globalisierung:  
 - Personalbezogen, zum Vor- oder Nachteil der Beschäftigten?  
- http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/vlokalewirtschaft/Lobbyarbeit-in-Bruessel;art1735,2211819  
die Vorteile werden viel lieber öffentlich gemacht, vor allem das Thema Sicherheit, als z.B. die negativen Auswirkungen gegenüber den Beschäftigten:  
Vanessa Buhl, Vertreterin der FMG in Brüssel (zuvor Walter Vill):  
gekommen sind: Wirtschaftsvertreter, EU-Beamte, Journalisten und natürlich Politiker. 
in ruhigen Büros in den Hochhäusern der EU-Gremien in der belgischen Hauptstadt
in dem restaurierten Schlösschen der bayerischen Vertretung oder beispielsweise auch in den Brüsseler Räumen der FMG, die sich die Münchner mit dem Flughafenverband Airports Council International (ACI) Europe teilen.  
Philipp Ahrens einen Mitarbeiter für den ACI Europe abgestellt, der zwar Lobbyarbeit für die mehr als 400 Flughäfen in Europa, die Verbandsmitglieder sind, machen muss, aber dabei natürlich "den Flughafen München im Hinterkopf" hat,  

 

 

Gedanken über Arbeitsbedingungen ...

meine Kündigung hat mit einem anderen Politikverständnis zu tun!!!!

Wer Angst hat, blockiert Kritik ab, weil sie tatsächliche Probleme sichtbar machen könnte.

eingeschränkte Sichtweise, weil man bestimmte Dinge nicht sehen möchte.

über Betriebsversammlungen

Die weltweite Wirtschaftskrise ist selbstgemacht  
- es geht um Rendite, nicht um menschliche Arbeitsbedingungen. Aus diesem Grund wurde weltweit ein Wettbewerb der Billiganbieter ins Leben gerufen, dessen Ergebnis etwa in den USA zum Ergebnis führte, dass die sog. Mittelschicht ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen konnte. Die selbe Entwicklung kann man heute z.B. an den deutschen Flughäfen, speziell auch in München betrachten.  

Fehlende Gestaltungsfähigkeit der Demokratie

Wir beuten alle anderen aus, eigentlich müssten auch wir selbst miteinander teilen, das hat auch mit dem Thema Klimawandel zu tun, mit den Sorgen der Menschen, Krise der Demokratie, bzw. der großen Volksparteien, 

Finanzaufsicht, Renditen von über 20 %, auf Kosten wessen? 

Wer trägt die Risiken künftiger Milliarden-Zuschüsse aus Steuergeldern, im Vergleich zu dem was im Sozialen gespart wird?

soziales Konjunkturprogramm

Wie sozial wollen wir leben?

Die Wirtschaft im Dienst des Menschen?

Presseclub: "Wir als Medien haben alle die Interessen der Wirtschaft gestützt, ob die Agenda 21, oder Hartz IV, der sozialen Sicherungssysteme, der Heuschrecken, ..."

 

Wir werden unter Wert regiert!

Unfähigkeit unserer Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft

Soll die Politik noch eine Gesellschaft gestalten? Die Unternehmen: Menschenwürde 

 

Alles unter Kontrolle - Die Rolle der Medien

 

Ist es nicht gerade bei einem Unternehmen, das dem Steuerzahler gehört (Freistaat Bayern: 51 %, Bundesrepublik: 26 %, Stadt München: 23 %) von öffentlichem Interesse, die Zusammenhänge aus mehreren Perspektiven zu erfahren?. 

Der Unterschied zwischen Oben und Unten vergrößert sich ...  Kommt er daher, weil die sich Politik vor allem aus Hochglanzbroschüren informiert? und Gesellschaft  

 

FMG-Zeitung & Medien


Auszug aus: Flughafen-Report 10/2008


Pressearbeit der FMG auf Kosten der Beschäftigten?
 

Ein anderer Bericht:
In den Ausgaben des Erdinger Anzeiger und Freisinger Tagblatt lauten die Überschriften am 07.10.2008: "Betriebsrat und Geschäftsführung einigen sich auf Sanierungsprogramm"
.
Im Artikel des Redakteurs Sigi Niedergesäss ist von der "Mehrheit des Betriebsrates" beim Bodenverkehrsdienst (BVD) die Rede, mit der sich diese mit dem Arbeitgeber auf ein Maßnahmenpaket geeinigt hätte.
Der Artikel verschweigt, dass die Betriebsratsmehrheit von einem massiv in die Kritik geratenen Vorsitzenden angeführt wird. Grassl schleppt seit Jahren ein Verfahren wegen Vorteilsnahme gegenüber dem Arbeitgeber mit sich herum (Stand vom Jan. 2009: deshalb ist er nun zurückgetreten). Die Regionalpresse verschweigt dann auch, dass Grassl mitsamt seiner BR-Mehrheit für die Beschäftigten beim BVD längst untragbar geworden ist, und gegenüber diesen als Verräter gilt, welcher Betriebsversammlungen kurzfristigst absagt - aus Angst vor den eigenen Kollegen, wie er freimütig eingesteht, um stattdessen nur mehr klein-überschaubare Info-Veranstaltungen einzuberufen, und zwar so kurzfristig, dass die direkt Betroffenen zumeist erst hinterher davon erfahren.

Entsprechend erfuhr auch die Gegenpartei das von Grassls Betriebsratsmehrheit gestrickte Verhandlungsergebnis erst unmittelbar vor der Abstimmung, die meisten Kollegen der FMG erst Tage später über die Presse. Dort ist man inzwischen auch sauer auf den Redakteur vom Erdinger Anzeiger.

Niedergesäss gilt als enger Grassl-Spezl des ebenfalls aus dem Lkr. Erding (Wartenberg) stammenden Grassl, welcher bereits zu Zeiten des BR-Wahlkampfes ganz massiv Partei für diesen ergriffen hatte. So ließ dieser damals Berichte von Niedergesäss in den Aufenthaltsräumen plakatieren, darauf das Konterfei des konservativen Betriebsrats, mit dem Titel: "Grassl lässt sich nicht mundtot machen", welcher unverhohlen gegen den bis dahin BR-Vorsitzenden Ralf Krüger zielte.

Grassl bekam danach zwar weniger Stimmen als Krüger, ihm half aber eine dritte Liste. Otto Siegl galt bis dahin als Interessensvertreter der Teilzeitbeschäftigten (TZB), der sich vor der Betriebsratswahl das Motto setzte: "Während sich zwei  streiten setze ich mich für die Beschäftigten ein". Viele fühlen sich heute vor allem von Siegl ausgeschmiert: Wenn wir gewusst hätten, dass Siegl unmittelbar nach der Wahl Grassl zum Vorsitzenden macht, und dessen Politik seitdem kritiklos mit durchsetzt, hätten wir anders gewählt. Immerhin geht es den TZB'lern gegenüber den Vollzeit-Beschäftigten noch relativ gut, was z.B. die Schichtregelung zeigt. "Was, ihr habt sieben Tage hintereinander ab 4 Uhr Frühschicht?" fragte ein TZB-Gepäckfahrer seinen Vollzeit-Kollegen erstaunt. "Ist sowas denn überhaupt erlaubt?"

"Die FMG-Pressearbeit ist spitze" urteilt auch der Flughafen-Report 10/2008, und man beruft sich darin auf eine Studie der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftskommunikation, welche Unternehmen und Institutionen hinsichtlich ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bewerten. Platz eins (von ca. 100 ansässigen Unternehmen) gab es für die regionale Verbundenheit, und immerhin Rang sechs im Bereich "Guter persönlicher Kontakt zu den Journalisten". 

(Bericht in Arbeit) 

eigener Leserbrief vom 25.10.2007 in der Erdinger SZ - tatsächliche Kündigungsgründe?

 

 

 

 
sinkende Arbeitsqualität
 

Hallo Walter,

Ich habe jetzt zum wiederholten male selber miterlebt, dass es (trotz Einsatz von Billiglohnkräften?) gar nicht genug Mitarbeiter zur Ver-/Entsorgung der Maschinen am Flughafen gibt. Da wartet man nach der Landung mit einer LH Maschine schon mal 10 Minuten auf dem Vorfeld bis jemand da ist um eine Treppe zum Aussteigen für die Passagiere heranzubringen. Oder es dauert so lange bis ein Bus kommt die Passagiere abzuholen. Noch schlimmer sieht's beim Gepäck aus. Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde sind in München keine Seltenheit. Woran liegt diese Situation Deiner Meinung nach?

Gibt es wirklich zu wenig Beschäftigte in diesem Bereich, oder kommt das durch die Aufsplitterung / Konkurrenz verschiedener Bodenservice-Dienstleister, so dass im Endeffekt zwar genug Service-Mitarbeiter vorhanden wären, diese aber nicht effektiv auf die verschiedenen Arbeiten aufgeteilt werden können?

Ich wünsche Dir noch ein schönes Wochenende!

Beste Grüße
Klaus

 

hallo klaus,

deine feststellung trifft den nagel auf den kopf! weist du, dass ich genau den punkt vor einem jahr auf einer betriebsversammlung genannt habe. und zwar sagte ich damals in etwa:

die folge von bolkestein, dass nun im zuge der liberalisierung beim münchner airport auch billiganbieter wie avia-partner hereindrängen ist im endeffekt für alle seiten negativ, denn die verschiedenen anbieter steigen sich gegenseitig auf die füsse. 
jeder anbieter hat seine eigenen fahrzeuge und geräte, die sich im weg stehen, jeder hat den eigenen wasserkopf an verwaltung. das ist weder ökon. noch ökol. sinnvoll - um wieviel billiger müssen die billiganbieter sein, so dass es sich letztendlich irgendwo für irgendjemand rentiert?
für den durchschnittlich beteiligten (also kunde wie arbeitnehmer) kann es sich nie rentieren!
inzwischen hat die fmg mit der billig-tochter "muc-ground" eine antwort auf "avia-partner" gefunden.
ausserdem gibt es noch leiharbeiter ("losch") - so entwickelte sich ein billig - noch billiger - am billigsten -kreislauf, vor dem jeder angst hat. 

damit kannst du dir sicher auch vorstellen, wie motiviert die leute derzeit dort sind. 
zwar sollte für die lufthansa nach wie vor die fmg-beschäftigten zuständig sein, doch gerade hier wird ja wegen dem wettbewerb personal gespart, grad zur urlaubszeit gibt es mehr arbeit, die nun aber von weniger leuten erledigt werden muss. 

jedenfalls hast du ein herrliches beispiel für den real existierenden freien wettbewerb gefunden.

schöne grüße,
walter

 
Links zum Thema
 

persönlich:

mein Architekturstudium: www.erding-life.de/xed/studium.html

eigene Projekte: 

                                     www.erding-life.de/xed/brutto.html (sozialkulturelles Projekt während meines Studiums)

                                     www.mifaz.de                              (Zeitungsberichte, Interview im Bayr. Rundfunk, ...)

                                     www.erding-life.de/gsprung            (Erdinger Literatentreff e.V.) 

 

allgemein:

Mobbing:

Schichtarbeit: